Ivanka Trump | Bildquelle: dpa

Bericht über Ivanka Trump E-Mail-Affäre im Weißen Haus?

Stand: 20.11.2018 07:15 Uhr

Ivanka Trump hat laut einem Pressebericht Dienstmails von einem privaten Account verschickt. Für den US-Präsidenten könnte der Fall peinlich werden - schließlich hatte er Hillary Clinton für einen ähnlichen Fall scharf kritisiert.

Ivanka Trump, die Tochter und ranghohe Beraterin von US-Präsident Donald Trump, soll Hunderte Dienstnachrichten von einem privaten E-Mail-Konto abgeschickt haben. Das berichtet die "Washington Post". Der Sprecher des Anwalts der Präsidententochter dementierte den Bericht nicht.

Laut der Zeitung hatte Ivanka Trump die entsprechenden Nachrichten an Mitarbeiter im Weißen Haus, Mitglieder des Kabinetts und ihre Assistenten geschickt.

Anwalt räumt laut Bericht Nutzung ein

In dem Bericht wird ein Anwalt von Ivanka Trump zitiert, der die teilweise Nutzung des privaten Mail-Accounts seiner Mandantin einräumt und betont, dies sei geschehen, bevor sie über die Regeln des Weißen Hauses zum Umgang mit E-Mails informiert worden sei. Der Anwalt versicherte auch, keine dieser Mails habe als vertraulich eingestufte Informationen enthalten.

"Als vor 14 Monaten in der Presse Bedenken laut wurden, überprüfte und kontrollierte Frau Trump ihre E-Mail-Nutzung gemeinsam mit dem Rechtsbeistand im Weißen Haus und legte die Angelegenheit der Führung im Kongress dar", zitiert die Zeitung den Sprecher des Trump-Anwalts.

Die Enthüllungen gehen auf Anträge der liberalen Regulierungsorganisation American Oversight zurück. "Die Familie des Präsidenten steht nicht über dem Gesetz", betonte der Exekutivdirektor von American Oversight. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf Fragen zu dem Bericht über Ivanka Trumps E-Mails.

TV Duell Donald Trump Hillary Clinton, September 2016 | Bildquelle: AFP
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Die E-Mails von Hillary Clinton waren im Wahlkampf gern genommenes Futter für Donald Trump.

"Betrügerische Hillary!"

Die E-Mail-Praxis seiner Tochter ist für den US-Präsidenten heikel, da er seiner Konkurrentin im Präsidentschaftswahlkampf 2016, Hillary Clinton, die Nutzung eines privaten Mail-Kontos für dienstliche Belange in höchst angriffslustiger Weise vorgehalten hatte. Unter anderem hatte er sie deshalb "betrügerische Hillary" genannt und erklärt, sie gehöre ins Gefängnis.

Clinton hatte in ihrer Zeit als US-Außenministerin offizielle E-Mails über einen privaten und nicht gesicherten Server verschickt. Das FBI ermittelte deswegen, kam aber im Sommer 2016 zu dem Schluss, dass die Demokratin sich nicht strafbar gemacht hatte. Trump hielt Clinton das Thema aber immer weiter vor und schlachtete die E-Mail-Affäre für seine Zwecke aus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. November 2018 um 10:00 Uhr.

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