Bei Unwettern stürzte ein Steg auf Elba ins Meer. | Bildquelle: MAURIZIO GRAZIA/EPA-EFE/REX/Shut

Tote und Schäden Schwere Unwetter in Italien

Stand: 29.10.2018 08:33 Uhr

Italien wird von heftigen Unwettern heimgesucht. Die Brennerautobahn musste wegen eines Murenabgangs vorübergehend gesperrt werden, ist aber wieder geöffnet. Auch in anderen Regionen gab es schwere Schäden. Mehrere Menschen kamen ums Leben.

Starker Regen und heftiger Wind haben weite Teile Italiens getroffen. Die Schlechtwetterfront soll sich heute noch verschärfen. Die Behörden riefen für Regionen von Nord bis Süd die höchste Alarmstufe aus.

Schwere Unwetter in Italien
tagesschau 15:00 Uhr, 29.10.2018

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Vier Menschen starben nach Unwettern in der südlichen Region Kalabrien. Die Männer seien in der Nähe der Stadt Crotone in einem Erdrutsch ums Leben gekommen, als sie ein Rohr reparieren wollten, das wegen des Unwetters kaputtgegangen war, berichteten italienische Nachrichtenagenturen.

Beim Hafen von Catanzaro in Kalabrien fand die Feuerwehr einen Toten, nachdem ein Segelboot von der Strömung fortgerissen worden war.

Schlammlawine am Brenner

Südlich des Brenners ging eine Schlammlawine ab. Die Fahrbahn musste gesperrt werden, teilte der Autobahnbetreiber mit. Die Mure erfasste sechs Fahrzeuge, es gab einen Leichtverletzten, wie das lokale Nachrichtenportal stol.it berichtete. Inzwischen wurde die Autobahn wieder geöffnet, die Brennerstaatsstraße sei allerdings noch teils gesperrt, berichtet stol.it. Auch der Zugverkehr auf der Brennerbahnlinie wurde wieder freigegeben, meldete RAI Bozen.

Auch bei Genua ging ein Erdrutsch nahe einer Autobahn ab. Mehrere Familien mussten ihre Häuser verlassen und wurden in Notunterkünfte gebracht. In der Region Ligurien um Genua warnten die Behörden die Küstenbewohner vor einem schweren Sturm in den kommenden Stunden.

Sturmböen und Starkregen erfassten auch Sardinien und die benachbarte französische Insel Korsika. Die Wetterdienste maßen dort Böen mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 Kilometern in der Stunde. Auf der Insel Elba stürzte ein historischer Bergwerks-Steg im Meer ein. Der Zivilschutz sprach von außergewöhnlichen Wetterverhältnissen und rief auf zu maximaler Wachsamkeit. Zudem riefen die Behörden für weite Teile des Landes die höchste Alarmstufe aus.

Schulen bleiben geschlossen

In der Region Venetien werden Überschwemmungen und Erdrutsche befürchtet. Schulen in der gesamten Region, in der auch Venedig liegt, sollen heute geschlossen bleiben. Der Markusplatz war schon am Sonntag überschwemmt.

Auch in Rom bleiben Schulen und Kindergärten geschlossen, die Menschen sollen nach Möglichkeit zuhause bleiben. Für Küstenorte warnte der Zivilschutz vor Sturmfluten. Auch in weiten Teilen der Toskana bleiben die Schulen zu.

Unwetter erreichen Kroatien

Die schweren Unwetter haben inzwischen auch die kroatische Adria-Küste erfasst. Die Autobahnen rund um die nördliche Hafenstadt Rijeka wurden nach Medienberichten wegen Starkregens vorerst für den Verkehr gesperrt.

Wegen Sturms mit Orkanböen fielen zwischen Dubrovnik und Rijeka zahlreiche Fährverbindungen vom Festland zu den Inseln aus. Der staatliche Wetterdienst erließ am Morgen für die gesamte kroatische Küstenregion höchste Warnstufe. Auch für das Hinterland bei Gospic und Knin wurde angesichts der herannahneden Schlechtwetterfront Alarm gegeben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 28. Oktober 2018 um 22:00 Uhr.

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