Das Hilfsschiff "Mare Jonio" der Organisation "Meditarranea Saving Humans" im Oktober 2018 (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Rettungsschiff mit Flüchtlingen Italien beschlagnahmt "Mare Jonio"

Stand: 19.03.2019 20:16 Uhr

Die italienische Polizei hat die Kontrolle über das Rettungsschiff "Mare Jonio" übernommen. Nun soll die Besatzung befragt und möglicherweise angeklagt werden. Das Schiff hatte 50 Bootsflüchtlingen im Mittelmeer aufgenommen.

Nach der Rettung von rund 50 Bootsflüchtlingen durch die "Mare Jonio" haben Beamte der italienischen Polizei die Kontrolle über das italienische Hilfsschiff übernommen. "Die Finanzpolizei hat das Schiff 'Mare Jonio' beschlagnahmt und eskortiert es derzeit in den Hafen von Lampedusa", erklärte das italienische Innenministerium von Lega-Chef Matteo Salvini.

In den kommenden Stunden könnte es demnach erste Befragungen der Besatzung geben. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, dass die Staatsanwaltschaft auf Sizilien Ermittlungen gegen unbekannt wegen Begünstigung illegaler Migration eingeleitet habe.

Regierung verweigert mehrfach Einfahrt

Innenminister Salvini hatte der Hilfsorganisation Mediterranea Saving Humans zuvor das Anlegen in einem Hafen verweigert. Die "Mare Jonio" gehört zur Organisation "Mediterranea Saving Humans", an der auch die deutsche Sea-Watch und andere NGOs beteiligt sind. Sie hatte im Mittelmeer vor der libyschen Küste 49 Menschen gerettet und wartete lange vor der italienischen Insel Lampedusa auf eine Erlaubnis zur Hafeneinfahrt.

Die populistische Regierung in Rom aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega hat seit ihrem Amtsantritt im Sommer letzten Jahres mehrmals Schiffen mit Migranten die Einfahrt nach Italien verweigert.

Italiens Innenminister und Vizepremier Matteo Salvini gestikuliert bei einer Pressekonferenz (Archivbild). | Bildquelle: AP
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Salvini fährt einen restriktiven Kurs in der Flüchtlingspolitik.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 19. März 2019 um 21:03 Uhr.

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