Sardinen-Demonstranten in Rom | Bildquelle: AFP

Protest in Rom Zehntausende "Sardinen" demonstrieren

Stand: 14.12.2019 15:59 Uhr

Aus Protest gegen Rechtspopulismus und Intoleranz haben sich in Rom Zehntausende Menschen versammelt. Sie folgten dem Aufruf der "Sardinen"-Bewegung, die gegen Ex-Innenminister Salvini mobilisiert.

Zehntausende Menschen sind in Rom gegen Rechtspopulismus auf die Straße gegangen. Die Kundgebung in der italienischen Hauptstadt ist der bisherige Höhepunkt der sogenannten "Sardinen"-Bewegung, die erst vor einem Monat in Italien entstanden war. Viele der Demonstranten trugen Bilder und Figuren von Sardinen bei sich. Auch war das antifaschistische Lied "Bella Ciao" häufig zu hören.

"Das Ziel ist erreicht"

Genauere Schätzungen zur Teilnehmerzahl lagen zunächst nicht vor, doch schafften es die "Sardinen", die symbolträchtige Piazza San Giovanni in der italienischen Hauptstadt zu füllen. Sie ist ein traditioneller Kundgebungsplatz der Gewerkschaften und der italienischen Linken.

"Die Idee war, den Platz zu füllen, und ich würde sagen, das Ziel ist erreicht", sagte Mattia Santori, einer der Gründer der Bewegung. Auf dem Platz seien Menschen zusammengekommen, die noch zwischen Politik und Marketing unterscheiden könnten. "Wir hoffen, dass die Gewalt aus der politischen Sprache verschwindet", sagte er weiter. Die "Sardinen" wollten keine andere Bewegung ersetzen und niemanden von den Plätzen verdrängen.

Zehntausende "Sardinen" protestieren in Rom gegen Intoleranz und Rechstpopulismus
tagesthemen 23:30 Uhr, 14.12.2019, Michael Schramm, ARD Rom

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Aus Flashmob entstanden

Die "Sardinen" hatten sich am 14. November als Flashmob in Bologna gebildet, als der Chef der rechten Lega, Matteo Salvini, dort eine Wahlkampfkundgebung abhielt. Ziel der jungen Organisatoren war es, mehr Menschen zusammenzubringen als Salvini und den größten Platz der Stadt eng gedrängt wie Sardinen zu füllen. Dies gelang und die Sardine wurde zum Symbol der Bewegung.

Sardinen-Demonstranten in Rom | Bildquelle: AFP
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Dich gedrängt wie ein Schwarm Sardinen - das ist das Motto der Protest-Bewegung.

Gegen Nationalismus und Rechtsextremismus

Sie richtet sich nach den Worten ihrer Urheber gegen Intoleranz, Nationalismus und Rechtsextremismus. Sie will nicht zu einer Partei werden. In den vergangenen Wochen gab es Demonstrationen in zahlreichen anderen italienischen Städten. Salvinis Lega ist in Umfragen mit gut 30 Prozent die mit Abstand stärkste Partei in Italien. Nach dem Sieg der Rechten bei der Regionalwahl in Umbrien Ende Oktober hofft der frühere Innenminister auch auf einen Erfolg in der Region Emilia Romagna Ende Januar, einer traditionellen Hochburg der Linken.

Für Samstag hatte Salvini kurzfristig einen "No Tax Day" gegen Steuererhöhungen mit Kundgebungen in mehr als 20 Städten angesetzt. Er selbst trat in Mailand auf und forderte dort baldige Neuwahlen in Italien.

Über dieses Thema berichtet die tagesschau am 14. Dezember 2019 um 20:00 Uhr.

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