Rechtsextreme Randalierer treffen auf Polizisten auf der Piazza del Popolo in Rom. | AFP

Protest gegen Ausgangssperre Rechtsextreme randalieren in Rom

Stand: 25.10.2020 12:21 Uhr

Nach Neapel jetzt auch Rom: In der Nacht haben Mitglieder einer neofaschistischen Gruppierung Polizisten angegriffen und Feuer entfacht. Ihre Wut richtet sich gegen die nächtliche Ausgangssperre.

In Italien ist es in der zweiten Nacht in Folge bei Protesten gegen die nächtlichen Corona-Ausgangssperren zu Ausschreitungen gekommen. Rund 200 maskierte Anhänger der rechtsextremen Partei Forza Nuova attackierten in der Nacht im Zentrum von Rom die Polizei mit Leuchtraketen und Knallkörpern und setzten Mülltonnen in Brand.

Nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" wurden zwei Polizisten verletzt. Sieben Demonstranten wurden demnach festgenommen.

Feuerwerk in Nationalfarben

Die Demonstranten hatten sich auf der Piazza del Popolo versammelt, einem der bekanntesten Plätze der Hauptstadt. Sie entzündeten dort eine Minute vor Mitternacht ein Feuerwerk in den italienischen Nationalfarben.

In der Region Latium, zu der Rom gehört, gilt eine Ausgangssperre von Mitternacht bis 5 Uhr morgens zur Eindämmung des Coronavirus.

Vor der Demonstration in Rom hatte es Aufrufe in den Online-Netzwerken gegeben, dem Beispiel von Neapel zu folgen. Dort hatten in der Nacht zum Samstag Demonstranten bei Protesten gegen die Ausgangssperre die Polizei attackiert. Auch in der Region Kampanien, in der Neapel liegt, gilt ein nächtliches Verbot, die Häuser und Wohnungen zu verlassen.

Ausgangssperre in weiteren Regionen geplant

Bislang gelten in drei italienischen Regionen nächtliche Ausgangssperren, neben Latium und Kampanien auch in der Lombardei. In den kommenden Tagen werden auch die Regionen Piemont und Sizilien solche Sperren verhängen.

In Italien sind die Zahlen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus zuletzt stark gestiegen. Am Samstag verzeichneten die Behörden die Rekordzahl von knapp 20.000 neuen Ansteckungsfällen innerhalb von 24 Stunden. 

Schärfere Maßnahmen möglich

Eine erneute landesweite Ausgangssperre wie im Frühjahr, als das Land zwei Monate lang weitgehend stillgelegt war, lehnt Ministerpräsident Giuseppe Conte bislang ab. Am vergangenen Sonntag hatte er aber eine landesweite Sperrstunde ab Mitternacht für Bars und Restaurants verfügt. Heute könnte Conte möglicherweise neue Restriktionen verkünden.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. Oktober 2020 um 09:00 Uhr.