Flüchtlingsboot im Hafen von Pozzallo (Sizilien)

Flüchtlinge auf Sizilien Nur Frauen und Kinder dürfen von Bord

Stand: 25.11.2018 09:59 Uhr

Es geht um mehr als 200 Migranten an Bord eines Schiffes: Erneut streiten Italien und Malta um die Zuständigkeit für Flüchtlinge. Das Boot liegt in einem sizilianischen Hafen, doch Italien hält Malta für zuständig.

Es ist nicht der erste Streit dieser Art: Die italienische Regierung wirft Malta vor, Bootsflüchtlinge nach Italien weiterzuschicken. In diesem Fall geht es um ein Schiff mit mehr als 200 Migranten, das am Samstag in der sizilianischen Hafenstadt Pozzallo angekommen ist. Nach Angaben der Regierung in Rom hätte das Schiff eigentlich von der maltesischen Küstenwache gerettet werden müssen.

Unter den 236 Menschen seien fünf Babys, sieben Kinder und fast 50 Frauen gewesen, teilte das italienische Innenministerium mit. Es untersagte den meisten Migranten, von Bord zu gehen. Nur den Frauen und Minderjährigen wurde erlaubt, das Schiff zu verlassen.

Schleuser an Bord?

Fast alle Flüchtlinge stammten aus Eritrea. Ein Tunesier und ein Libyer seien die Kapitäne gewesen, ihnen werde wahrscheinlich vorgeworfen, als Schleuser tätig gewesen zu sein, hieß es aus dem Innenministerium weiter.

Innenminister Matteo Salvini erhob schwere Vorwürfe gegen die maltesischen Behörden. Zwar koordiniere Malta Rettungseinsätze, verfrachte die Migranten dann aber nach Italien, teilte der Vize-Premierminister und Chef der fremdenfeindlichen Lega mit.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. November 2018 um 08:00 Uhr.

Darstellung: