Eine Frau geht inmitten der Corona-Pandemie mit ihrem Hund an einem kürzlich wiedereröffneten Restaurant in der Innenstadt vorbei (Archivbild). | dpa

Italien verschärft Maßnahmen Über Ostern in den Lockdown

Stand: 12.03.2021 20:36 Uhr

In Italien steigt die Zahl der täglichen Neuinfektionen wieder stark an. Die Regierung will deshalb die Anti-Corona-Maßnahmen verschärfen. Über Ostern werden Ausflüge und größere Familienbesuche verboten.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Ostern sollen die Menschen in Italien weitgehend zu Hause bleiben - das ist die Kernbotschaft des neuen Dekrets der Regierung. Der beschlossene landesweite Lockdown gilt von Ostersamstag bis Ostermontag. Ministerpräsident Draghi verteidigt die geplanten Maßnahmen mit Hinweis auf die weiter stark ansteigende Infektionskurve im Land. In der vergangenen Woche habe sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen noch einmal rund 15 Prozent erhöht.

Jörg Seisselberg ARD-Studio Rom

Hohe Auslastung der Intensivstationen

Die Lage in den Krankenhäusern verschlechtere sich ebenfalls, auch zahlreiche Intensivstationen melden erneut eine hohe Auslastung mit Covid-19-Patienten. Eine Entwicklung, die bedenklich sei, betont Draghi:

Diese Daten zwingen uns zu maximaler Vorsicht, um die Zahl der Toten zu begrenzen und eine Überlastung der Gesundheitsstrukturen zu verhindern. Die Erinnerung an das, was im vergangenen Frühjahr passiert ist, ist noch sehr lebendig, und wir werden alles tun, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholen kann.

Im Frühjahr war Italiens Gesundheitssystem wegen der hohen Zahl an Covid-19-Patienten teilweise zusammengebrochen.

Weitere Verschärfungen ab kommender Woche

Zusätzlich zum jetzt beschlossenen Lockdown über Ostern arbeitet die Regierung an einer Verschärfung der Anti-Covid-Maßnahmen in Italien bereits ab kommender Woche. So erklärte das italienische Gesundheitsministerium angesichts steigender Infektionszahlen eine ganze Reihe weiterer Regionen und Gebiete als "rot" ein, darunter die Hauptstadt Rom und die Finanzmetropole Mailand. Dort gelten deshalb ab Montag verschärfte Corona-Einschränkungen.

Keine Ausflüge oder Familientreffen über Ostern

Der Lockdown über Ostern sieht vor, dass vom 3. bis 5. April landesweit alle nicht lebenswichtigen Geschäfte schließen müssen, auch Restaurants und Bars, ebenso Museen. Niemand darf seinen Wohnort verlassen, nur einmal am Tag ist ein Treffen in einer anderen Privatwohnung innerhalb der eigenen Region erlaubt und das auch nur für maximal zwei Erwachsene. Die in Italien an Ostern üblichen Ausflüge und Treffen in der Familie sollen mit diesen Regeln unterbunden werden.

Außerdem legt das neue Regierungsdekret fest, dass künftig alle Regionen automatisch rote Zonen werden, die einen Inzidenzwert von über 250 haben, also mehr als 250 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.                               

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 12. März 2021 um 15:30 Uhr in den Nachrichten.