Schiffe der Küstenwache in Libyen | Bildquelle: Hechler/SWR

Mittelmeer-Flüchtlinge Italien stärkt libysche Küstenwache

Stand: 11.07.2019 09:13 Uhr

Italien will Migranten auf dem Mittelmeer vor seinem Hoheitsgebiet stoppen und dafür die libysche Küstenwache weiter stärken. Die Bootsflüchtlinge sollen zurück nach Libyen gebracht werden. Dort drohen ihnen schwerste Misshandlungen.

Italien baut zum Eindämmen der Migration von Bootsflüchtlingen über das Mittelmeer die umstrittene Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache aus. Um Menschenschlepperei zu bekämpfen, werde die italienische Regierung die Küstenwache mit Material und Training noch mehr unterstützen, teilte die Regierung in Rom mit.

Der von der EU unterstützte Deal sieht vor, dass die Libyer Bootsflüchtlinge auf dem Weg nach Europa auf dem Mittelmeer abfangen und wieder in das Bürgerkriegsland zurückbringen. Dieses Vorgehen ist umstritten, weil Migranten in dem Land schwerste Misshandlungen drohen. Außerdem herrschen in den libyschen Lagern nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR teilweise unmenschliche Bedingungen.

Auch Gespräche mit Tunesien geplant

Die Zahl der Ankünfte in Italien hat sich seit der Vereinbarung drastisch verringert. Jedoch kommen mehr Menschen mit kleinen Booten selbstständig an den italienischen Küsten an - vor allem aus Tunesien. Ministerpräsident Giuseppe Conte werde daher Gespräche mit dem tunesischen Premier Youssef Chahed aufnehmen, wie die Küste des nordafrikanischen Landes besser geschützt werden könne, hieß es in der Mitteilung.

Italien will Zusammenarbeit mit Libyen gegen Migration verstärken
Jörg Seisselberg, ARD Rom
11.07.2019 08:38 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Mit Informationen von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. Juli 2019 um 06:30 Uhr.

Darstellung: