Giuseppe Conte in Brüssel | Bildquelle: JOHANNA GERON/POOL/EPA-EFE/Shutt

Corona-Pandemie Italien plant Milliardenausgaben

Stand: 18.10.2020 17:51 Uhr

Die italienische Regierung will mit Ausgaben in Milliardenhöhe die Folgen der Corona-Pandemie abmildern. Das Kabinett befürwortet Mehrausgaben von rund 40 Milliarden Euro. Dabei soll auch die EU eine Rolle spielen.

Die italienische Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hat "eine erhebliche Haushaltserweiterung" beschlossen, um die Gesundheit der Bürger und die wirtschaftliche Stabilität zu schützen. Das Kabinett habe den von Finanzminister Roberto Gualtieri vorgelegten Gesetzentwurf für das Haushaltsjahr 2021 sowie den Mehrjahresetat bis 2023 genehmigt, teilte die Regierung mit.

Hilfen für das Gesundheits- und Bildungssystem

Der Entwurf sieht Maßnahmen in Höhe von rund 40 Milliarden Euro vor. Unter anderem sind rund vier Milliarden Euro für das Gesundheitssystem geplant, mit denen die Zeitverträge von etwa 30.000 Ärzten und Krankenschwestern verlängert werden sollen. Rund sechs Milliarden Euro sollen in Schulen und Universitäten fließen, vier Milliarden sind für Hilfen in Krisensektoren der Wirtschaft eingeplant.

Außerdem will die Mitte-Links-Regierung eine spezielle Arbeitslosenkasse weiter aufstocken. Große Summen sind für Familien, eine Steuerreform und die Unterstützung des armen Südens eingeplant.

Wirtschaft schrumpft in der Corona-Pandemie

Die Ausgaben sollen Berichten zufolge teils über Schulden und teils mit Hilfe der Europäischen Union finanziert werden. Der Entwurf werde in Kürze ins Parlament eingebracht und dann der EU-Kommission übermittelt, hieß es.

Fachleute der Regierung rechnen damit, dass die Wirtschaft in Italien in diesem Jahr als Folge der Corona-Pandemie um neun Prozent einbrechen dürfte. Zugleich bestehe die Erwartung, dass das Bruttoinlandsprodukt 2021 wieder um sechs Prozent expandiert.

Ein geschlossenes Restaurant in der italienschen Region Kampanien. | Bildquelle: REUTERS
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Nicht nur in Neapel müssen Restaurants derzeit um 23 Uhr schließen - die Sperrstunde soll die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.

Gedenken an gestorbene Mediziner

Italien war das erste Land in Europa, das von der Corona-Pandemie massiv getroffen wurde. Heute wurde der 179 Ärztinnen und Ärzte gedacht, die mit dem Coronavirus gestorben sind. Für sie gab es eine Zeremonie in der Stadt Duno nördlich von Mailand. Unter den in Marmor verewigten Namen ist auch der von Roberto Stella, dem ersten italienischen Arzt, von dem bekannt wurde, dass er am Virus gestorben ist. Sein Tod am 11. März ist ein Symbol für die gefährliche Arbeit von Medizinerinnen und Medizinern.

Inzwischen ist die Pandemie-Entwicklung in Italien wieder besorgniserregend: Binnen 24 Stunden wurden 11.705 Neuinfektionen registriert - das ist ein Rekordwert, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Sowohl am Samstag als auch am Freitag war bei etwas mehr als 10.000 Menschen eine Infektion nachgewiesen worden. Im Laufe der Pandemie wurden insgesamt mehr als 402.000 Infektionen registriert, 36.474 Menschen starben mit Covid-19.

Italienische Regierung beschließt Corona-Hilfen in Milliardenhöhe
Elisabeth Pongratz, ARD Rom
18.10.2020 18:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. Oktober 2020 um 18:00 Uhr.

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