Rettungskräfte kümmern sich um Verletzte bei der Massenpanik | Bildquelle: REUTERS

Italien Festnahmen nach Massenpanik

Stand: 10.12.2018 15:10 Uhr

Nach einer Massenpanik in einer Diskothek nahe der Hafenstadt Ancona hat es Festnahmen gegeben. Darunter soll ein Jugendlicher sein, der in der Nacht zu Samstag bei einem Konzert Reizgas versprüht haben soll.

Zwei Tage nach einer Massenpanik in einem italienischen Nachtclub hat die Polizei einen Tatverdächtigen verhaftet, der Reizgas versprüht haben soll. Der 16-Jährige sei nach Zeugenbefragungen als Verdächtiger identifiziert worden. Allerdings sei er wegen des Besitzes von Drogen festgenommen worden, die die Polizei bei ihm zuhause gefunden habe. Das berichtet etwa die italienische Zeitung "La Republica". Demnach gab es zwei weitere Festnahmen wegen Drogenhandels. Die Polizei gab auf Anfragen keine Auskünfte.

Sechs Tote und zahlreiche Verletzte

Bei der Massenpanik nach einem Konzert des italienischen Rapstars Sfera Ebbasta im Nachtclub "Lanterna Azzurra" in Corinaldo waren sechs Menschen gestorben, davon fünf Jugendliche und eine Mutter. Die getöteten Teenager, drei Mädchen und zwei Jungen, seien im Alter von 14,15 und 16 Jahren gewesen.

Laut italienischen Medienberichten wurden etwa 120 Personen verletzt, 12 davon schwer. Die Verletzten waren nach Krankenhausangaben zwischen 14 und 20 Jahren alt. Viele hatten Schädel- und Brustkorbverletzungen erlitten.

Unterschiedliche Zahlen über verkaufte Tickets

Es wird geprüft, ob der Club überfüllt gewesen war. Vieles deutet darauf hin, dass die Zahl der Gäste deutlich höher als der verfügbare Platz war. Über die Anzahl der verkauften Tickets kursieren unterschiedliche Angaben. Sie liegen zwischen 680 und 1400.

"So dürfe man mit 15 nicht sterben, sagte Innenminister Matteo Salvini. Er versprach, "die Verantwortlichen zu finden, die durch Bosheit, Dummheit oder Gier eine Partynacht in eine Tragödie verwandelt haben".

Tanzende Menschen | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Sechs Tote und zahlreiche Verletzte: DIe Bilanz nach der Massenpanik im italienischen Nachtclub "Lanterna Azzurra".

Verriegelte Notausgänge?

Ein 16-jähriger Konzertbesucher hatte berichtet, beim Versuch zu fliehen, sei wenigstens einer der Notausgänge abgeriegelt gewesen. Innenminister Salvini zufolge widersprächen erste Ermittlungen diesen Angaben. Auch Feuerwehrkommandeuer Dion Poggiali sagte dem Sender Sky TG24 News, als die Retter eingetroffen seien, hätten alle Türen offen gestanden. Es müsse noch ermittelt werden, ob Sicherheitsvorschriften missachtet worden seien und ob das eine Rolle für das Unglück gespielt hätte.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 10. Dezember 2018 um 12:45 Uhr.

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