Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz vor der Spanischen Treppe in Rom | Bildquelle: dpa

Italien verschärft Covid-Maßnahmen Drastische Regeln für drei Zonen

Stand: 04.11.2020 10:07 Uhr

Italien verschärft erneut seine Maßnahmen, um die Ausbreitung von Covid-19-Infektionen zu stoppen - dazu zählen nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Ministerpräsident Conte hat ein entsprechendes Dekret unterzeichnet.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Studio Rom

Die wichtigsten Änderungen: Ab morgen gilt in ganz Italien eine Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr. Zusätzlich wird das Land in drei Coronaschutz-Zonen aufgeteilt - in rote, orangene und grüne Zonen, je nachdem, wie hoch die Zahl der Covid-19-Infektionen in den jeweiligen Gebieten ist.

In den roten Zonen sollen die Menschen nur noch ihre Wohnung verlassen, wenn sie zur Arbeit oder zum Arzt müssen oder einen anderen triftigen Grund haben. Alle Restaurants und Bars werden in diesen Hochrisikogebieten geschlossen, bis 22 Uhr ist ihnen Außer-Haus-Verkauf erlaubt. Auch der Schulunterricht wird stark eingeschränkt. Für Schüler ab der 7. Klasse gibt es Unterricht nur noch online.

Welche Regionen ab morgen rote Zonen sein werden, entscheidet Gesundheitsminister Speranza in Absprache mit den Regionalverantwortlichen. Grundlage sind 22 Kriterien, darunter die Geschwindigkeit, mit der sich die Coronavirus-Infektionen ausbreiten und die Auslastung der Krankenhäuser.

Lomardei und Piemont an der Spitze

Die derzeit höchsten Infektionszahlen haben die Lombardei und das Piemont, dort stecken derzeit zehn Covid-19-Infizierte mehr als 20 andere Menschen an. Außer diesen beiden Regionen sollen nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" auch Südtirol, Kalabrien und das Aostatal zu roten Zonen erklärt werden. Dort breitet sich das Infektionsgeschehen ebenfalls sehr schnell aus. Südtirol hatte bereits gestern auf der Grundlage seines Autonomiestatus eigenständig eine Ausgangsbeschränkung von 20 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt, Hotels dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte | Bildquelle: dpa
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Ministerpräsident Giuseppe Conte hat in der vergangenen Nacht ein Dekret unterzeichnet - damit treten die Regeln ab morgen in Kraft.

Wie in den roten werden auch in den orangenen Zonen Restaurants und Bars schließen müssen. Für die Menschen dort gibt es aber keine Rund-um-die-Uhr Ausgangssperre. Nach Angaben der Zeitung Repubblica werden unter anderem die Regionen Ligurien, Sizilien und Apulien zu orangenen Zonen erklärt.

Die Hauptstadtregion Latium dagegen würde demnach zu den grünen Zonen zählen. In den grünen Zonen gibt es keine Verschärfungen der nationalen Regeln. Bars und Restaurants dürfen bis 18 Uhr geöffnet bleiben. Schulunterricht online ist erst für Schüler ab der 9. Klasse vorgesehen. Die Ausgangsbeschränkungen treten, wie auch in den orangenen Zonen, erst ab 22 Uhr in Kraft.

Zahl der Neuinfektionen steigt weiter stark an

Landesweit steigt in Italien die Zahl der Covid-19-Infektionen stark. Gestern meldete das Gesundheitsministerium 28.244 Neuinfizierte. 353 Menschen, die sich mit dem Coronavirus angesteckt hatten, starben innerhalb eines Tages. 2225 Covid-19-Patienten werden derzeit auf Intensivstationen behandelt.

Italien verschärft Coronaregeln erneut
Jörg Seisselberg, ARD Rom
04.11.2020 09:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. November 2020 um 08:45 Uhr.

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