Italiens Arbeits- und Industrieminister Luigi Di Maio (links im Bild) und Innenminister Matteo Salvini. | Bildquelle: REUTERS

Arbeitsmarktreform Italien begrenzt Zeitverträge

Stand: 07.08.2018 21:13 Uhr

Die Sicherung von Arbeitsplätzen war eines der wichtigsten Versprechen im Wahlkampf. Nun hat die italienische Regierung beschlossen, die Befristung von Arbeitsverträgen einzuschränken und bestraft Produktionsverlagerung ins Ausland.

Der italienische Senat hat ein Gesetzespaket verabschiedet, das die Befristung von Arbeitsverträgen einschränkt und die Verlagerung von Produktionen ins Ausland unter Strafe stellt. Es ist das erste große Projekt der Koalitionsregierung aus Links- und Rechtspopulisten.

So sieht das Gesetz vor, dass befristete Verträge statt 36 Monate nur noch zwölf Monate dauern dürfen - es sei denn, der Arbeitgeber legt besondere Gründe vor, dann sind 24 Monate möglich. Befristete Verträge dürfen zudem künftig nur noch vier- statt fünfmal verlängert werden. Außerdem müssen Unternehmen höhere Abgaben für Leiharbeit entrichten und strengere Auflagen erfüllen.

Die Sicherung von Arbeitsplätzen war eines der wichtigsten Versprechen von Arbeitsminister Luigi Di Maio von der Fünf-Sterne-Bewegung, die zusammen mit der rechten Lega die Regierung stellt.

Profitieren sollen von der Reform vor allem junge Menschen, die besonders von der hohen Arbeitslosigkeit in Italien betroffen sind.

Fünf-Sterne-Anführer die Maio präsentiert die italienische Flagge. | Bildquelle: CIRO FUSCO/EPA-EFE/REX/Shutterst
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Die Arbeitsmarktreform war eines der wichtigsten Versprechen von Fünf-Sterne-Anführer die Maio.

Kritik von Unternehmern

Die Opposition warnte, dass vielen Arbeitnehmern nun die Kündigung drohe und das Gesetz Schwarzarbeit begünstige. Auch kritisierten Unternehmerverbände die Einschränkungen bei Zeitverträgen.

Bei den Bürgern stoßen diese Umfragen zufolge auf Zustimmung. "Das ist das erste Gesetz seit Jahrzehnten, das nicht von Lobbyisten und Interessengruppen diktiert wurde", sagte Di Maio. "Letztlich hat das einfache Volk einen Punkt gewonnen."

Italien hatte in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, den Arbeitsmarkt zu liberalisieren, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Viele ältere Arbeitnehmer haben unbefristete Arbeitsverträge mit einem starken Kündigungsschutz, während die meisten jungen Arbeitnehmer nur noch Zeitverträge bekommen oder leicht gekündigt werden können. In den zwölf Monaten bis Juni wurden rund 394.000 befristete Jobs geschaffen. Die Zahl unbefristeter Jobs ging um 83.000 zurück.

Die Abgeordnetenkammer hatte dem Gesetzespaket bereits zugestimmt, so dass es mit dem Votum des Senats in Kraft tritt.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 07. August 2018 um 19:23 Uhr.

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