Die russischen Kosmonauten Sergej Korsakow (l-r), Oleg Artemjew und Denis Matwejew sind während einer Begrüߟungszeremonie nach ihrer Ankunft an der Internationalen Raumstation (ISS) in gelb-blauen Anzügen zu sehen. | dpa

Internationale Raumstation Herzlicher Empfang für drei Kosmonauten

Stand: 19.03.2022 09:29 Uhr

Trotz schwerer Spannungen zwischen Russland und dem Westen wegen des Ukraine-Kriegs sind drei russische Raumfahrer jubelnd auf der Internationalen Raumstation ISS empfangen worden. Beim Andocken trugen sie gelb-blaue Overalls.

Inmitten schwerster Spannungen zwischen Russland und dem Westen ist eine rein russische Besatzung an der Internationalen Raumstation ISS angekommen. Die Kosmonauten Oleg Artemjew, Denis Matwejew und Sergej Korssakow dockten mit ihrem Raumschiff vom Typ Sojus MS-21 an der ISS an, wie Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde NASA zeigten.

Die Kosmonauten waren gelb-blauen Fluganzügen bekleidet - die Landesfarben der Ukraine. Ob sie damit eine Botschaft verbanden, sagten sie nicht. Einer der Neuankömmlinge, Oleg Artemjew erklärte aber in einem Gespräch mit Familienangehörigen auf der Erde auf die gelben Anzüge angesprochen, jede Besatzung wähle ihre Fluganzüge selbst aus. "Wir haben tatsächlich viel gelbes Material angesammelt, das wir also benutzen mussten. Deshalb also mussten wir gelb tragen", sagte er weiter.

Außeneinsatz im Weltraum

Die Kosmonauten waren gestern in Baikonur in Kasachstan zur ISS aufgebrochen. Nach etwas mehr als drei Stunden Flug dockte das Sojus MS-21-Raumschiff an der ISS an. Die Kapsel trägt den Namen des sowjetischen Raketenkonstrukteurs Sergej Koroljow, der 1907 in Schytomyr geboren wurde. Die Stadt liegt heute in der Ukraine.

Die siebenköpfige Crew um den Deutschen Matthias Maurer zwei weitere Russen und vier Amerikaner begrüßte die Neuankömmlingen mit Umarmungen und Beifall. In den nächsten Wochen hat die Besatzung viel Arbeit vor sich, da Wartungsarbeiten an der Außenhülle der Raumstation anstehen.

Ende März sollen die zwei Kosmonauten, die schon früher auf der ISS ankamen, mit ihrem US-Kollegen in einer russischen Sojus-Raumkapsel zur Erde zurückkehren. Maurer, der seit November an Bord ist, wird Ende April den Rückflug antreten.

Vertrag könnte 2024 auslaufen

Da die USA und Europa im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen Russland verhängt haben, ist die Zusammenarbeit schwer belastet. Beide Seiten betonen allerdings, die ISS zunächst weiter betreiben zu wollen.

Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt allerdings die Zukunft der ISS nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen. Die NASA strebt eine Laufzeit bis 2030 an.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. März 2022 um 08:00 Uhr.