Der erschossene palästinensische Attentäter in Hebron

Israeli tötet verwundeten Palästinenser Soldat wegen Totschlags angeklagt

Stand: 31.03.2016 17:11 Uhr

Er hatte einen verletzten palästinensischen Attentäter vor laufender Kamera gezielt erschossen - nun wurde der israelische Soldat wegen Totschlags angeklagt. Der Fall hat eine Kontroverse in Israel und eine Debatte über gezielte Tötungen ausgelöst.

Ein israelischer Soldat wird wegen Totschlags angeklagt, nachdem er einen verletzten palästinensischen Attentäter gezielt mit einem Kopfschuss getötet hatte. Dies habe ein Militärgericht entschieden, berichtet die Nachrichtenseite "Haaretz".

Der israelische Soldat hatte vergangene Woche in Hebron im südlichen Westjordanland einen verletzten palästinensischen Attentäter mit einem Kopfschuss getötet. Dies zeigt ein Video, das die israelische Menschenrechtsorganisation B'Tselem veröffentlichte. Der Mann war zuvor mit einem Komplizen mit Messern auf einen Soldaten losgegangen. Der zweite Attentäter war während des Angriffs erschossen worden.

Kontroverse in Israel

Israels Militär sprach nach der Tötung des verletzten Palästinensers von einem "schwerwiegenden Vorfall, der gegen die Werte der israelischen Armee verstößt". Der Soldat sitzt seither in Haft. Der Vorgang hat in Israel eine heftige Kontroverse ausgelöst. Regierungschef Benjamin Netanyahu sprach am Sonntag von Versuchen, nach dem Vorfall "die Moral der israelischen Armee anzuzweifeln".

Am Montag hatten die Palästinenser die Vereinten Nationen aufgefordert, die ihrer Meinung nach gezielten Tötungen durch die israelische Armee während der jüngsten Gewaltwelle zu untersuchen. Seit Beginn einer Reihe von palästinensischen Anschläge vor einem halben Jahr sind 29 Israelis getötet worden. In der Zeit kamen mehr als 200 Palästinenser ums Leben, die meisten davon bei ihren eigenen Anschlägen.

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