Angriff auf Damaskus | Bildquelle: YOUSSEF BADAWI/EPA-EFE/REX

Luftangriff in Syrien Israel attackiert iranische Einheiten

Stand: 21.01.2019 11:28 Uhr

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben Luftangriffe auf iranische Einheiten in Syrien geflogen. Zugleich warnte Israel die syrische Armee vor Attacken auf israelisches Staatsgebiet.

In einem ungewöhnlichen Schritt hat die israelische Armee öffentlich gemacht, dass es Luftangriffe auf iranische Al-Kuds-Brigaden in Syrien geflogen hat. Es handele sich um den bisher schwersten Angriff Israels in Syrien, berichtete das israelische Fernsehen. Die Al-Kuds-Brigaden sind eine Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden und werden vor allem im Ausland eingesetzt.

Die israelischen Streitkräfte teilten mit, man habe Ziele der Al-Kuds-Brigaden sowie der syrischen Armee angegriffen. Darunter seien mehrere Waffenlager, eine Einrichtung auf dem internationalen Flughafen von Damaskus, ein Ziel des iranischen Geheimdienstes und ein iranisches Trainingslager. Später seien dann Luftabwehrstellungen bombardiert worden, die auf israelische Jets und Raketen der ersten Angriffswelle geschossen hatten.

Das israelische Militär warnte die syrischen Regierungstruppen vor Vergeltungsschlägen und "Versuchen, israelische Truppen oder Territorium Schaden zuzufügen".

Die israelische Armee veröffentlichte dieses Foto, das ein Ziel der Luftangriffe in Syrien zeigen soll. Das Fahrzeug könnte zur syrischen Flugabwehr gehören. | Bildquelle: REUTERS
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Die israelische Armee veröffentlichte dieses Foto, das ein Ziel der Luftangriffe in Syrien zeigen soll. Das Fahrzeug könnte zur syrischen Flugabwehr gehören.

Viele Geschosse abgefangen?

Bei dem israelischen Angriff wurden russischen Angaben zufolge vier syrische Soldaten getötet. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet von elf Toten - demnach zwei Syrer und neun Ausländer.

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass mehr als 30 israelische Raketen und Lenkbomben von der syrischen Luftabwehr abgefangen wurden, die Gerät aus russischer Produktion einsetzt. Dies sei der Großteil der israelischen Geschosse gewesen.

Israel toleriert keine iranische Präsenz

Israel greift seit Jahren immer wieder Einrichtungen des Iran und der verbündeten libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah in Syrien an. Früher hatte Israel meist zu eigenen Angriffen geschwiegen und Berichte darüber nicht bestätigt. Betont wurde lediglich, dass Israel keine dauerhafte iranische Militärpräsenz in Syrien tolerieren werde. Am Wochenende hatte die israelische Regierung iranischen Einheiten in Syrien vorgeworfen, eine Boden-Boden-Rakete auf die von Israel besetzten Golanhöhen abgefeuert zu haben. Die Regierung in Teheran kommentierte dies bisher nicht.

Der mit Israel verfeindete Iran ist neben Russland der engste Verbündete der Regierung von Staatschef Baschar al-Assad und unterstützt ihn in dem seit sieben Jahren andauernden innersyrischen Krieg militärisch.

Geheimdienstminister Israel Katz sagte dem israelischen Fernsehen, die neue offene Haltung stärke Israels Abschreckung. Die Botschaft sei eindeutig: Wer Raketen auf Israel abfeuere, der werde den vollen Preis zahlen. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Sonntag gesagt: "Wir haben eine dauerhafte Politik. Mit Angriffen gegen die iranische Etablierung in Syrien vorzugehen und jeden zu attackieren, der uns schädigen will."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Januar 2019 um 04:49 Uhr.

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