Mitglieder des Zivilschutzes, die nach einem Luftangriff den Überlebenden zu Hilfe eilen | Bildquelle: dpa

Syrien kritisiert Weißhelm-Rettung Eine "kriminelle Operation"

Stand: 23.07.2018 15:22 Uhr

Hunderte Mitglieder und Angehörige der syrischen Zivilorganisation Weißhelme waren am Wochenende vom israelischen Militär gerettet worden. Die syrische Regierung hat die Aktion nun scharf kritisiert.

Am Wochenende brachte das israelische Militär in einer beispiellosen Aktion Hunderte Mitglieder und Angehörige der syrischen Zivilorganisation Weißhelme aus Syrien. Die syrischen Regierung hat die Aktion nun scharf kritisiert. "Die kriminelle Operation von Israel und seinen Helfershelfern" offenbare die "wahre Natur der sogenannten Weißhelme", sagte ein Vertreter des Außenministeriums.

Die syrischen Weißhelme kümmern sich im Kriegsgebiet vor allem um die Bergung von Menschen aus Gebäuden, die durch die Kampfhandlungen zerstört wurden. Die syrische Regierung und Russland werfen ihnen vor, die Rebellen zu unterstützen und aus dem Ausland gesteuert zu sein. Die Organisation betont dagegen ihre Neutralität.

Eine israelische Soldatin verteilt Wasser an die geretteten Mitglieder der Weißhelme | Bildquelle: REUTERS
galerie

Eine israelische Soldatin verteilt Wasser an die geretteten Mitglieder der Weißhelme.

Die Mitglieder der Weißhelme und ihre Familien waren aus Syrien über die von Israel besetzen Golanhöhen nach Jordanien gebracht worden. Israel hatte seine Beteiligung mit einer entsprechenden Bitte von US-Präsident Donald Trump und anderer Politiker begründet. Die Betroffenen hätten um ihr Leben fürchten müssen. Nach Angaben eines Insiders waren insgesamt 422 Personen und Familienangehörige aus Syrien in Sicherheit gebracht worden.

Deutschland will 47 Menschen aufnehmen

Deutschland erklärte sich bereit, acht Mitarbeiter der Weißhelme sowie deren Ehepartner und minderjährigen Kinder aufzunehmen. Insgesamt handelt es sich um voraussichtlich 47 Menschen.

Die Syrer müssen nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik nicht Asyl beantragen, da Paragraf 22 des Aufenthaltsgesetzes eine Aufnahme aus dem Ausland "aus völkerrechtlichen oder dringenden humanitären Gründen" erlaubt. Die Evakuierung sei allein aus humanitären Gründen erfolgt, hieß es vom Ministerium.

Das Bild zeigt mutmaßliche "Weißhelm"-Mitarbeiter, die offenbar wegen eines Giftgas-Angriffs behandelt werden. | Bildquelle: MOHAMMED BADRA/EPA-EFE/REX/Shutt
galerie

Syrische Weißhelm-Mitarbeiter retten unter anderem Menschen aus zerstörten Gebäuden.

Außenminister Heiko Maas sagte nach einem Treffen mit seinem britischen Kollegen Jeremy Hunt in Berlin, er sei erleichtert, dass die Weißhelme und ihre Familien in einer besonders kritischen Lage außer Landes gebracht werden konnten und nun in Sicherheit seien.

Sie hätten unter Einsatz ihres Lebens in Syrien mehr als 100.000 Menschen gerettet. Maas nannte die Hilfsaktion ein Gebot der Menschlichkeit. Auch Hunt sprach von einer "fantastischen Nachricht", dass die Weißhelme gerettet werden konnten.

Kanadas Außenministerin Chrystia Freeland erklärte, ihr Land bemühe sich in enger Abstimmung mit Deutschland und Großbritannien darum, die Menschen in Sicherheit zu bringen. Kanada sei stolz, die Ausbildung der Ersthelfer finanziell zu unterstützen, und empfinde eine "tiefe moralische Verpflichtung" gegenüber diesen Menschen, die "Tapferkeit und Selbstlosigkeit" bewiesen.

Isreal rettet hunderte Helfer der Organisation "Weißhelme"
tagesschau 20:00 Uhr, 22.07.2018, Susanne Glass, ARD Tel Aviv

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Ausnahmsweise erfolgte humanitäre Geste"

Die israelische Armee erklärte, der Militäreinsatz bedeute keine Änderung in der Politik Israels, das eine Aufnahme von syrischen Flüchtlingen ablehnt. "Es handelt sich um eine ausnahmsweise erfolgte humanitäre Geste", hieß es in der Erklärung. "Israel behält seine Politik der Nichteinmischung in den Konflikt in Syrien bei. Es hält das syrische Regime für alles verantwortlich, was auf syrischem Boden passiert."

Seit 1967 hält Israel einen Teil der Golanhöhen an der Grenze zu Syrien besetzt. In der Vergangenheit hat Israel geflüchtete Zivilisten auf dem von Syrien kontrollierten Teil der Golanhöhen mit Medikamenten und Lebensmitteln versorgt. Trotz der erklärten Politik der Nichteinmischung bombardierte die israelische Luftwaffe mehrfach Ziele in Syrien, um nach eigenen Angaben Waffentransporte zu treffen, die für die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon bestimmt gewesen seien.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Juli 2018 um 09:00 Uhr.

Darstellung: