Protestierende in Tel Aviv | AP

Kritik an Netanyahus Corona-Politik Proteste in Israel halten an

Stand: 26.07.2020 00:58 Uhr

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Israel stieg zuletzt unaufhörlich an - für viele auch die Schuld von Premier Netanyahu. Tausende forderten erneut seinen Rücktritt und zogen unter anderem vor seine Privatvilla.

Tausende Demonstranten haben in mehreren Orten Israels gegen Arbeitslosigkeit, Korruption und den Umgang von Regierungschef Benjamin Netanyahu mit der Corona-Pandemie demonstriert. Sie schlugen Trommeln, bliesen in Hörner und riefen Netanyahu zum Rücktritt auf.

Demonstriert wurde unter anderem vor der privaten Villa des Regierungschefs in der Küstenstadt Caesarea, nahe seiner offiziellen Residenz in Jerusalem und in einem Park in Tel Aviv. In Jerusalem wurden nach Angaben der Zeitung "Haaretz" mehrere Demonstranten von rechtsgerichteten Aktivisten angegriffen.

Kritik an Krisen-Managament

Seit Wochen gibt es in Israel Proteste gegen den Regierungschef. Die Kundgebungen begleiteten zunächst den Korruptionsprozess gegen Netanyahu. Seit Mai muss dieser sich wegen des Vorwurfs der Bestechlichkeit, des Betrugs und der Untreue vor Gericht verantworten.

Er wird aber auch verstärkt wegen seiner Handhabung der Corona-Krise kritisiert. Vorgehalten werden ihm unter anderem vorschnelle Lockerungen und eine mangelnde Vorbereitung auf eine zweite Corona-Welle. Restaurants, Strände und Sportstudios wurden zunächst geschlossen, dann wieder geöffnet und angesichts einer zweiten Infektionswelle wieder geschlossen.

In Israel mit seinen rund neun Millionen Einwohnern wurden bisher nach offiziellen Angaben mehr als 60.000 Corona-Fälle registriert, 455 Menschen starben. Zuletzt gab es täglich mehr als Tausend neue Ansteckungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. Juli 2020 um 10:00 Uhr.