Palästinensische Arbeiter am Erez-Grenzübergang zwischen Israel und dem Gazastreifen | EPA

Nach Raketenangriffen Israel schließt Grenze für Gaza-Arbeiter

Stand: 23.04.2022 11:18 Uhr

Erneut hat Israel aus dem Gazastreifen Raketenangriffe militanter Palästinenser gemeldet. Nun schließt das Land seinen einzigen Grenzübergang für Tausende Arbeiter aus dem Gebiet - bis wann, ist unklar.

Nach einer Reihe von Raketenangriffen aus dem Gazastreifen hat Israel die Schließung des einzigen Grenzübergangs für Arbeiter aus dem Küstengebiet angekündigt. Das israelische Militär erklärte, der Grenzübergang werde zum Beginn der Arbeitswoche am Sonntag nicht geöffnet. Über die Wiedereröffnung werde im Einklang mit einer Sicherheitsbewertung entschieden.

In den vergangenen Monaten hatte Israel Tausende Arbeitserlaubnisse für Palästinenser aus dem Gazastreifen ausgestellt. Dieser befindet sich unter einer israelischen und ägyptischen Blockade, seit die militant-islamistische Hamas dort vor fast 15 Jahren die Macht übernahm.

Erneut Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen

Zuvor hatten militante Palästinenser nach israelischen Angaben am Freitagabend erneut Raketen aus dem Gazastreifen abgefeuert. Eine Rakete sei auf israelischem Gebiet, eine zweite noch im Gazastreifen niedergegangen, teilte die israelische Armee mit. Später sei noch eine dritte Rakete abgefeuert worden. Augenzeugen zufolge wurden im Gazastreifen zwei Menschen durch eine der Raketen verletzt. Israelische Medien berichteten, die beiden anderen hätten keinen Schaden angerichtet.

In dieser Woche waren bereits mehrere Raketen aus dem Küstengebiet auf Israel abgefeuert worden. Bei den Angriffen gab es keine Opfer, die meisten Geschosse wurden vom israelischen Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen. Israels Armee reagierte nach den ersten beiden Raketenangriffen aus dem Gazastreifen mit Luftangriffen in dem palästinensischen Küstengebiet und traf dabei nach eigenen Angaben eine unterirdische Raketenfabrik. 

Neue Zusammenstöße auf dem Tempelberg

Der Raketenbeschuss erfolgte vor dem Hintergrund beinahe täglicher Zusammenstöße auf dem Gelände der - und vor der - Al-Aksa-Moschee in Jerusalem. Auch am Freitag hatte es auf dem Tempelberg wieder Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften gegeben. Der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond meldete 57 verletzte Palästinenser. Die Polizei berichtete von Dutzenden vermummten Personen, die Steine und Feuerwerkskörper geworfen hätten. Einige muslimische Gläubige hätten erfolglos versucht, die Steinewerfer zu stoppen.

Israel hatte den Osten Jerusalems - in dem wichtige, für Juden, Christen und Muslime heilige Stätten liegen - zusammen mit dem Westjordanland und dem Gazastreifen im Krieg 1967 eingenommen. Die Palästinenser sehen alle drei Gebiete als Teil ihres zukünftigen Staats an.

Die Gewalt in Jerusalem, eine Reihe tödlicher Attacken in Israel und israelische Razzien im von Israel besetzten Westjordanland haben Ängste vor einem erneuten Krieg zwischen Israel und der Hamas befeuert. 2021 war es unter ähnlichen Umständen zu einem elftägigen kriegerischen Konflikt zwischen Israel und der Hamas gekommen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 22. April 2022 um 16:00 Uhr.