Ein palästinensischer Demonstrant vor einer Feuer- und Rauchwand. | Bildquelle: ALAA BADARNEH/EPA-EFE/REX/Shutte

UN-Sicherheitsrat zu Gaza Palästinenser klagen an - Israel verteidigt sich

Stand: 31.03.2018 18:05 Uhr

Für die Palästinenser war es ein "Massaker", für Israel der Versuch einer Unruhestiftung. Bei der Aufarbeitung der Gaza-Ausschreitungen mit mehreren Toten wurde es im UN-Sicherheitsrat emotional.

Von Georg Schwarte, ARD-Studio New York

17 Namen. 17 Tote. Männer, der jüngste 19 Jahre alt. Der palästinensische UN-Botschafter Riyad Mansour sitzt am späten Abend Ortszeit New York im UN-Sicherheitsrat und verliest die Liste der Toten. Was in Gaza am Freitag geschah, ist für ihn ein Massaker durch israelische Sicherheitskräfte - "schießwütige Soldaten" wie er sie nennt. "Es gibt nichts Widerwärtigeres als ein Massaker an unbewaffneten Menschen, Frauen und Kindern. Aber genau das ist es, was die Besatzungsmacht Israel getan hat", sagte er.

Der Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen, Riyad Mansour | Bildquelle: AP
galerie

Der Vertreter der Palästinenser bei den Vereinten Nationen, Riyad Mansour.

"Rufen Israel auf, die Vorfälle gründlich zu untersuchen"

Kuwait hatte die Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates gefordert. Die USA versuchten offenbar bis zuletzt, die Sitzung nicht öffentlich stattfinden zu lassen. Es kam anders.

Nachdem im Gazastreifen die Hamas, die von den USA, der EU und Israel als Terrororganisation eingestuft wird, zum sogenannten "Marsch der Rückkehr" aufgerufen hatte, waren über 20.000 Palästinenser zur Grenzmauer marschiert. Die Idee: Das Recht auf Rückkehr der Palästinenser in das heutige Staatsgebiet Israels zu untermauern. Es folgten Ausschreitungen, israelische Soldaten setzen Tränengas und Gummigeschosse ein. Außerdem, so sagte es der niederländische UN-Botschafter und Präsident des Sicherheitsrates, Karel van Oosterom, habe Israel schließlich scharfe Munition eingesetzt. "Der Einsatz scharfer Munition sollte stets die letzte aller Möglichkeiten sein. Wir rufen Israel auf, die Vorfälle gründlich zu untersuchen."

Vereinte Nationen zu Gewalt im Gazastreifen
tagesschau 12:00 Uhr, 31.03.2018, Sonja Wielow, ARD-aktuell

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Palästina und Kuwait aber reicht das längst nicht mehr. Die Palästinenser verlangen eine unabhängige internationale Untersuchung der Vorfälle. Und noch etwas fordern sie: internationalen Schutz. Hilfe - notfalls Blauhelme der UN. Das palästinensische Volk, sagte Botschafter Mansour, es sei erneut enttäuscht vom Sicherheitsrat. "Angesichts der hohen Zahl der Toten fordern wir wieder die internationale Gemeinschaft auf, unser Volk zu schützen, um mehr Blutvergießen zu verhindern und unschuldiges Leben zu retten." Alle 15 Mitglieder des Sicherheitsrates appellierten an beide Seiten, sich zurückzuhalten.

Proteste Gaza | Bildquelle: ALAA BADARNEH/EPA-EFE/REX/Shutte
galerie

Die Protestaktion soll noch sechs Wochen bis zum 70. Jahrestag der Gründung Israels andauern.

Israel: Lasst euch nicht täuschen

Israels Botschafter Danny Danon, der wegen des jüdischen Passah-Festes nicht an der Sitzung teilnehmen konnte, erklärte schriftlich, wie Israel die Dinge sieht: Die Welt möge sich nicht täuschen lassen. Der einzige Zweck der Hamas-Proteste sei es, Israel zu gefährden und Unruhe zu stiften.

UN-Generalsekretär Guterres ließ aus dem Osterurlaub erklären, er verlange eine unabhängige und transparente Ermittlung der Vorgänge. Die Proteste sollen bis zum 15. Mai andauern, dem 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels. Für die Palästinenser der Nakba-Tag, der Tag der Katastrophe. Botschafter Mansour kündigte an, sein Volk werde weiterkämpfen - "für sein Recht frei zu sein von Besatzung und sein Recht ein Leben in Frieden, Sicherheit und Würde führen zu können."

Aktuelle Lage im Gazastreifen
tagesschau 17:00, 31.03.2018, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Nichts anderes als ein Massaker - Sondersitzung des UN-Sicherheitsrates zu Gaza
Georg Schwarte, ARD New York
31.03.2018 07:42 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 30. März 2018 um 21:55 Uhr und Deutschlandfunk am 31. März 2018 um 08:43 Uhr.

Darstellung: