Proteste Gaza | Bildquelle: ALAA BADARNEH/EPA-EFE/REX/Shutte

Palästinenser-Proteste Tote und Verletzte im Gazastreifen

Stand: 31.03.2018 02:32 Uhr

Bei einem Protestmarsch Tausender Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens zu Israel sind mehrere Menschen getötet worden. Aufgerufen zu dem Marsch hatte die radikalislamische Hamas.

Tausende Palästinenser haben im Gazastreifen für ein "Recht der Rückkehr" für Flüchtlinge und ihre Nachkommen in die "alte Heimat" demonstriert. Dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten. Die Zahl der getöteten Palästinenser sei auf 17 gestiegen, darunter auch Kinder. Das sagte der palästinensische UN-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Riyad Mansour, vor einer Sitzung des Sicherheitsrats in New York. Etwa 750 Menschen seien verletzt worden, die meisten durch Tränengas, teilte das Gesundheitsministerium in Gaza mit.

In der Nacht auf Freitag war nach palästinensischen Angaben ein weiterer Palästinenser an der Grenze von israelischen Soldaten erschossen worden. Die israelische Armee teilte mit, ein Panzer habe das Feuer auf zwei Verdächtige eröffnet, die sich im südlichen Teil des Küstengebietes dem Sicherheitszaun genähert hätten.

Palästinenser bei einer Kundgebung nahe dem Gazastreifen | Bildquelle: AP
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Bei den Protesten kam es zu Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten.

Demonstrationen an mehreren Orten

Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20.000 Menschen zu dem "Marsch der Rückkehr". Fotos zeigten zahlreiche Zelte im Grenzgebiet, Menschen schwenkten palästinensische Flaggen. Die israelische Armee sprach von Protesten an fünf verschiedenen Orten im Gazastreifen und rund 17.000 Demonstranten. Palästinenser würden brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten rollen und Brandflaschen sowie Steine werfen, hieß es in einer Mitteilung. Die Soldaten würden gezielt auf Anstifter schießen.

"Die Hamas-Terrororganisation gefährdet das Leben von Zivilisten", schrieb die Armee. Sie sei verantwortlich für die gewaltsamen Proteste. "Wir betonen, dass dieser Marsch friedlich ist", sagte dagegen das führende Hamas-Mitglied Chalil al-Haja. Deswegen nähmen auch Frauen und Kinder an den Protesten teil. Die israelische Seite warf der Hamas vor, so Frauen und Kinder bewusst der Gefahr auszusetzen.

The Hamas terror organization is responsible for violent riots and everything taking place under its jurisdiction. The IDF will not allow the security fence to be turned into an area of terror

Hamas plant wochenlange Proteste

Die USA, die EU und Israel stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Sie hatte 2007 die Macht in dem Küstengebiet an sich gerissen. Mit der Aktion will die radikalislamische Hamas, die zu dem Marsch aufgerufen hatte, den Anspruch auf ein "Rückkehrrecht" der Palästinenser in israelisches Staatsgebiet untermauern. Israel hat das stets abgelehnt. Die Demonstration soll nach dem Willen der Hamas nur der Auftakt zu einer Protestaktion, die bis zum 70. Jahrestag der Gründung Israels Mitte Mai andauern soll.

Nach Angaben aus Diplomatenkreisen wird sich der UN-Sicherheitsrat zügig mit der Lage im Gazastreifen befassen. Die Sitzung sei auf Antrag Kuwaits einberufen worden. Das Gremium wolle sich in einer geschlossenen Sitzung über die Vorgänge informieren lassen, erklärte ein UN-Diplomat der Deutschen Presse-Agentur.

Tote und Verletzte bei Protesten im Gazastreifen
tagesthemen 21:55 Uhr, 30.03.2018, Mike Lingenfelser, ARD Tel Aviv

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 30. März 2018 um 13:00 Uhr.

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