Yair Lapid | dpa

Mittelmeer Israel will umstrittene Gasförderung beginnen

Stand: 20.09.2022 03:39 Uhr

Der israelische Premier Lapid hat angekündigt, sein Land werde bald mit der umstrittenen Förderung in einem Gasfeld im Mittelmeer beginnen. Es droht ein Konflikt mit dem Libanon und der Hisbollah. Die USA versuchen zu vermitteln.

Der israelische Ministerpräsident Jair Lapid hat den baldigen Beginn der Erdgasförderung in einer umstrittenen Lagerstätte im Mittelmeer angekündigt. Die Produktion im Karisch-Gasfeld solle so bald wie möglich starten.

Der Schritt könnte zu Spannungen mit der libanesischen Hisbollah-Miliz führen. Israel und der Libanon streiten sich um etwa 860 Quadratkilometer Seegebiet im Mittelmeer. Der von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesuchte Libanon hofft, dort Öl und Gas fördern zu können.

Verhandlungen gehen weiter

Die USA versuchen, zu vermitteln und sprachen auch von Fortschritten. Sie haben aber erklärt, sie brauchten noch Zeit, um eine Lösung zu finden. Lapid sagte, eine Einigung mit dem Libanon sei möglich und nötig. Die Förderung im Karisch-Gasfeld habe mit den Verhandlungen aber nichts zu tun. Sie werde ohne Verzögerung beginnen.

Israel hatte schon im Juni eine Bohrinsel in dem Gasfeld eingerichtet. Es vertritt die Auffassung, das Gasfeld gehöre nicht zu dem umstrittenen Meeresgebiet. Der Libanon rechnet es hingegen dazu.

Hisbollah droht mit Gewalt

Die vom Iran unterstützte Hisbollah hat wiederholt gedroht, die Wirtschaftsinteressen des Libanon mit Waffengewalt zu verteidigen. Sie hat aber auch deutlich gemacht, dass sei eine Einigung der libanesischen Regierung mit Israel anerkennen werde.

Im Juli schoss das israelische Militär drei unbewaffnete Hisbollah-Drohnen über dem Karisch-Gasfeld ab, woraufhin die schwer bewaffnete Miliz drohte, jeder Arm, der versuche, den Reichtum des Libanon zu stehlen, werde abgehauen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 18. September 2022 um 23:59 Uhr.