Ein Mann läuft durch die verlassene Altstadt Jerusalems während des Corona-Lockdown. | REUTERS

Trotz vieler Impfungen Israel verschärft Corona-Lockdown

Stand: 05.01.2021 17:17 Uhr

Israel ist mit dem Impfen seiner Einwohner so schnell wie kaum ein anderes Land. Trotzdem wird der Lockdown auch dort deutlich verschärft. Denn die Zahl der Corona-Neuansteckungen ist weiterhin hoch.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Das mutierte Coronavirus ist "außer Kontrolle", auch in Israel - So soll es Premierminister Benjamin Netanyahu laut Medienberichten auf einer Kabinettssitzung gesagt haben. Die Krankenhäuser stünden vor der schwierigsten Zeit seit Beginn der Pandemie.

Benjamin Hammer ARD-Studio Tel Aviv

Schon bisher galt in Israel ein Lockdown, auch wenn davon in großen Teilen des Landes kaum etwas zu sehen war. Schulen und Kindergärten hatten geöffnet. Viele Menschen fuhren ganz normal zur Arbeit. Doch nun soll sich das ändern. Israel verschärft die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Die Kitas und Schulen bleiben für mindestens zehn Tage geschlossen.

Mehr als 6000 Neuinfektionen täglich

Aktuell werden in Israel über 6000 neue Corona-Infektionen pro Tag nachgewiesen. Tendenz: steigend. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde zuletzt der dritthöchste Wert seit Beginn der Pandemie registriert. Gerechnet auf die Bevölkerung des Landes übersteigen die registrierten Neuinfektionen deutlich die Werte aus Deutschland.

Gleichzeitig impft Israel seine Bevölkerung so schnell gegen das Coronavirus wie kaum ein anderes Land der Welt. Bereits über 15 Prozent der Bevölkerung haben eine erste Impfdosis erhalten.

Impfkampagne kann Virus-Ausbreitung nicht verhindern

Aber auch diese schnelle Impfkampagne kann die Ausbreitung des Virus nicht verhindern. Immer wieder gibt es in Berichte von Menschen, die die erste Impfdosis verabreicht bekommen haben - sich aber wenige Tage nach der Impfung mit dem Virus infizieren und erkranken.

Zudem hat sich die die Geschwindigkeit der israelischen Impfkampagne zuletzt deutlich verlangsamt. Der zunächst große Impf-Vorrat neigt sich langsam dem Ende zu - und Nachschub bleibt bislang aus.