israelische Flagge  | REUTERS

Nach Attentat im Iran Israel erhöht Schutz seiner Botschaften

Stand: 29.11.2020 09:02 Uhr

Israel hat laut Berichten den Schutz seiner Botschaften weltweit verstärkt. Das Land befürchtet offenbar Vergeltung: Irans Präsident Rouhani wirft Israel und den USA vor, einen iranischen Atomwissenschaftler getötet zu haben.

Von Benjamin Hammer, ARD-Studio Tel Aviv

Nach dem Anschlag auf den hochrangigen iranischen Atomwissenschaftler Mohsen Fachrisadeh hat Israel die Schutzmaßnahmen seiner Botschaften weltweit erhöht. Alle Botschaften seien entsprechend angewiesen worden, meldet der israelische Fernsehkanal 12. Auch jüdische Gemeinden hätten ihre Schutzmaßnahmen erhöht. Israel befürchtet offenbar Vergeltungsangriffe für die Tötung des iranischen Physikers.

Benjamin Hammer ARD-Studio Tel Aviv

Der Iran macht Israel für den Angriff verantwortlich. Auch die "New York Times" berichtet, dass Israel dahinter stehe und beruft sich auf Geheimdienstquellen. Irans Präsident Hassan Rouhani sagte, der Angriff werde nicht unbeantwortet bleiben.

Israel kommentiert nicht

Die israelische Regierung lehnt einen Kommentar zum Vorfall bisher ab. In der Vergangenheit hat das Land seine Beteiligung bei ähnlichen Attentaten weder bestätigt noch dementiert. Es wird allgemein angenommen, dass nur extrem wenige Geheimdienste - möglicherweise nur der israelische Mossad - die Möglichkeit haben, solche Attentate im Iran zu verüben.

Israels Premierminister Benjamin Netanyahu hatte vor etwa zwei Jahren dem Iran vorgeworfen, über den Fortbestand seines Atomprogramms gelogen zu haben. Netanyahu hob damals bei seiner Präsentation den nun getöteten Wissenschaftler hervor und sagte, man solle sich dessen Namen merken.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version hieß es, dass sich die "New York Times" auf israelische Geheimdienstquellen bezieht. Das ist nicht so, die Zeitung schreibt nicht, dass die Quellen aus Israel stammen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. November 2020 um 12:00 Uhr.