Archivbild: Ein israelischer F15-Jet bei einer Präsentation | Bildquelle: AFP

Nach Raketenbeschuss Israel bombardiert Hamas-Ziele in Gaza

Stand: 26.08.2019 15:50 Uhr

Israel reagiert auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Die Luftwaffe beschoss ein Militärgelände und das Büro eines Kommandeurs der Hamas. Zudem sollen Treibstofflieferungen in die Küstenregion gekürzt werden.

Die israelische Luftwaffe hat nach Armeeangaben als Reaktion auf den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen einen Stützpunkt der radikalislamischen Hamas bombardiert. Der Angriff galt einem Militärgelände, wie die israelische Armee mitteilte. Demnach wurde unter anderem das Büro eines Kommandeurs beschossen. Nach palästinensischen Angaben gab es keine Verletzten.

Brennstofflieferungen halbiert

Zuvor waren laut Armee drei Raketen aus dem Gazastreifen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Zwei Raketen konnten demnach rechtzeitig von dem Abwehrsystem Iron Dome gestoppt werden. Eine dritte sei neben einer Straße im Süden des Landes eingeschlagen, berichteten israelische Medien. Der israelische Rettungsdienst behandelte nach eigenen Angaben sechs Menschen wegen Stresssymptomen und eine Frau, die bei der Flucht in den Schutzbunker gestürzt war. Im Gazastreifen gab es zunächst keine Berichte von Verletzten.

Das Raketenabwehrsystem "Iron Dome" auf der israelischen Seite der israelisch-libanesischen Grenze. | Bildquelle: REUTERS
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Das Raketenabwehrsystem "Iron Dome" auf der israelischen Seite der israelisch-libanesischen Grenze.

Die israelische Behörde Cogat teilte mit, Israel werde die Einfuhr von Brennstoff für das Kraftwerk im Gazastreifen um die Hälfte reduzieren. Dies habe Ministerpräsident Benjamin Netanyahu nach dem Raketenbeschuss entschieden.

Hamas sieht Waffenruhe in Gefahr

Die im Gazastreifen herrschende Hamas verurteilte die Reduzierung des Treibstoffs und verwies auf eine durch Ägypten vermittelte Waffenruhe. Eine Verringerung des Treibstoffs würde die Waffenruhe beeinflussen, sagte ein Sprecher. Er forderte Ägypten dazu auf, einzugreifen.

Die Waffenruhe war zuletzt immer brüchiger geworden. Bei Angriffen an der Gaza-Grenze wurden in diesem Monat bereits neun militante Palästinenser getötet. Ein Sprecher der Hamas hatte Israel bereits vergangene Woche vor einer neuen Eskalation der Gewalt gedroht, weil Israel sich nicht an die Vereinbarungen der Waffenruhe halte.

Israel hatte vor zwölf Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verschärft, diese wird inzwischen von Ägypten mitgetragen. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen, es mangelt an Trinkwasser und Strom.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 26. August 2019 um 12:00 Uhr.

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