Nach Luftangriffen in Gaza steigt Rauch über einem Gebäude auf. | Bildquelle: dpa

Gazastreifen Tödliche Schüsse auf israelischen Soldaten

Stand: 21.07.2018 00:05 Uhr

Nach tödlichen Schüssen auf einen Soldaten hat die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen bombardiert. Die Kampfjets griffen laut Armee Militärposten der Hamas an.

Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist gefährlich eskaliert. Nach tödlichen Schüssen militanter Palästinenser an der Grenze auf einen Soldaten bombardierte Israels Armee mit Kampfjets und Panzern zahlreiche Ziele im Gazastreifen.

Mindestens vier Palästinenser wurden dabei im südlichen Teil des Küstenstreifens getötet, wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte. Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas waren drei der Getöteten Mitglieder der Organisation.

Luftangriffe nach tödlichen Schüssen auf einen israelischen Soldaten. | Bildquelle: AFP
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Luftangriffe nach tödlichen Schüssen auf einen israelischen Soldaten.

Explosionen in Gaza

Einwohner berichteten von mehreren schweren Explosionen in der Stadt Gaza. Israels Luftwaffe habe dort Hamas-Militärposten angegriffen. Die israelische Armee bestätigte einen "großflächigen Angriff israelischer Kampfjets gegen Hamas-Militärziele im gesamten Gazastreifen". 15 Ziele im Hauptquartier einer Hamas-Bataillon in Saitun seien im Norden des Gazastreifens getroffen worden.

Der UN-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich zuletzt gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell bei Twitter: "Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!" Jene, die "Palästinenser und Israelis dazu provozieren wollen, einen weiteren Krieg zu führen, dürfen keinen Erfolg haben", schrieb Mladenow.

Militante Palästinenser feuern Granaten ab

Nach Medienberichten hatten militante Palästinenser mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet abgefeuert. Die Einwohner entlang des Gazastreifens wurden aufgerufen, sich in der Nähe von Schutzräumen aufzuhalten. Entlang der Gazagrenze war es erneut zu Demonstrationen gekommen. Nach Augenzeugenberichten verbrannten Palästinenser Reifen, versuchten den Grenzzaun zu Israel zu beschädigen und schickten Brand-Drachen und -Ballons auf israelisches Gebiet. Nach Angaben von Sanitätern wurden mehrere Palästinenser durch Schüsse israelischer Soldaten verletzt.

Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beriet bei einer Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv mit der Militärführung über das weitere Vorgehen. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor gesagt, die Hamas dränge Israel mit aller Macht zu einer "breiten und schmerzhaften Militäroffensive". Im Sommer 2014 hatten Israel und die Hamas sich 50 Tage lang Kämpfe geliefert. 2250 Palästinenser wurden getötet oder starben später an ihren Verletzungen, auf der israelischen Seite gab es 74 Tote.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juli 2018 um 16:00 Uhr.

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