Polizisten gehen an einer neuen Mauer in Jerusalem vorbei

Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern Ein neuer Angriff und eine neue Mauer

Stand: 19.10.2015 11:52 Uhr

Bei einem Angriff auf einem Busbahnhof im südisraelischen Berscheba wurden drei Menschen getötet. Unter ihnen ist auch ein Mann, der von den Beamten in dem Glauben angeschossen wurde, er sei ein weiterer Attentäter. In Ost-Jerusalem baut die Polizei derweil eine neue Mauer.

Auch am Wochenende hat sich die Serie der Gewalt in Israel fortgesetzt. In der südisraelischen Stadt Berscheba verübte ein mit einer Schusswaffe und einem Messer bewaffneter Mann in einem Busbahnhof einen Angriff. Armeeangaben zufolge wurden drei Menschen getötet.

Bei den Opfern handele es sich um einen Soldaten, den Attentäter und einen Mann, von dem die Beamten irrtümlich annahmen, er sei auch ein Angreifer. Ein Wachmann hielt ihn für einen Komplizen und schoss ihn an. Der unbeteiligte 26-jährige Eritreer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen, die ihm von dem Wachmann und wütenden Umstehenden zugefügt worden waren. Der Mann hatte sich zufällig in dem Busbahnhof aufgehalten, als der Anschlag geschah.

Aufnahmen von Überwachungskameras zeigen, wie Dutzende Passanten um den Mann stehen, der auf dem Boden liegt, und ihn beschimpfen. Zu sehen ist außerdem, wie dabei Männer mehrfach den Eritreer mit Füßen treten, auch am Kopf. Den Videos zufolge kümmerten sich die Rettungssanitäter zunächst um die vielen weiteren Verletzten, aber nicht um den Mann. Die Polizei teilte mit, sie wolle die Beteiligten an den Misshandlungen ermitteln und strafrechtlich verfolgen.

Angesichts der Serie palästinensischer Messerattacken wollen sich Tausende Israelis bewaffnen. Der israelische Armeesender berichtete von einem deutlichen Anstieg der Anträge für einen Waffenschein.

Polizisten gehen an einer neuen Mauer in Jerusalem vorbei
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Die israelische Polizei hat mit dem Bau einer neuen Mauer in Ost-Jerusalem begonnen.

Viertel sollen getrennt werden

In Ost-Jerusalem reagiert die Polizei nun mit dem Bau einer weiteren Mauer. Das arabische Viertel Issawijeh solle eingezäunt und damit de facto zu einer Enklave in Jerusalem werden, berichtete der israelische Rundfunk.

Teil des Plans sei eine 1,5 Kilometer lange und neun Meter hohe Mauer, deren Baukosten auf umgerechnet 4,6 Millionen Euro geschätzt werden. Die Mauer solle verhindern, dass Palästinenser aus Issawijeh Steine und Brandflaschen auf Autos werfen, die auf einer naheliegenden Straße zwischen Jerusalem und der Siedlerstadt Maale Adumim unterwegs sind.

Ein anderer Teil des Viertels mit rund 20.000 Einwohnern solle mit Betonblöcken abgesperrt werden. Eine ähnliche Sperre sei zwischen der israelischen Siedlung Armon Hanaziv und den arabischen Vierteln Dschabel Mukaber und Sur Baher geplant. Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums betonte, es handele sich um reine Sicherheitsmaßnahmen und nicht um einen politischen Schritt.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Oktober 2015 um 14:00 Uhr.

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