Ayatollah Ali Khamenei | dpa

Bestätigung des geistlichen Oberhaupts Iran lieferte Waffen an Palästinenser

Stand: 22.05.2020 16:06 Uhr

Irans geistliches Oberhaupt Khamenei hat Israel scharf attackiert und als "Tumor" bezeichnet. Zugleich räumte er erstmals ein, dass sein Land militanten Palästinensern in Gaza Waffen lieferte.

Von Christian Buttkereit, ARD-Studio Istanbul

Dass Iran Waffen an militante Palästinensergruppen im Gazastreifen liefert, ist nicht überraschend. Die Hamas und der Islamische Dschihad hatten sich dafür immer wieder bedankt. Allerdings hatte es die iranische Führung bislang nie öffentlich bestätigt. Heute tat dies der geistliche und politische Führer, Ayatollah Ali Khamenei.

Christian Buttkereit ARD-Studio Istanbul

Drastische Wortwahl

Er sprach Israel das Existenzrecht ab und bezeichnete das Land als "Tumor" in der Region, der durch einen Heiligen Krieg der Palästinenser entfernt werden müsse. Zuvor hatte Khamenei auf Twitter geschrieben, es gehe nicht darum, die Juden zu eliminieren, sondern ein "aufgedrängtes Regime", wie das von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

Erinnerung an Sechs-Tage-Krieg 1967

Khamenei äußerte sich anlässlich des sogenannten Jerusalem-Tags, mit dem Iran alljährlich an die Besetzung Ostjerusalems durch Israel während des Sechs-Tage-Krieges 1967 erinnert.

Wegen der Corona-Pandemie gab es statt der seit 30 Jahren üblichen Großkundgebungen nur eine im Fernsehen und Internet übertragene Rede. Auch ein zunächst für die Hauptstadt Teheran angedachter Autokorso fand nicht statt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 22. Mai 2020 um 15:00 Uhr.