Der iranische Präsident Hassan Rouhani spricht Anfang September 2019 vor dem Parlament in Teheran. | Bildquelle: AFP

Iran Rouhani lehnt Gespräche mit den USA ab

Stand: 03.09.2019 09:57 Uhr

Erst war es ein Vielleicht mit großem Aber, nun wieder ein kategorisches Nein. Irans Präsident Rouhani hat Gespräche mit den USA ausgeschlossen - dabei hatte das noch vor einer Woche anders geklungen.

Noch vor einer Woche hatten sowohl US-Präsident Donald Trump als auch der iranische Präsident Hassan Rouhani die vorsichtigen Hoffnungen geschürt, durch ein gemeinsames Treffen einen Schritt aufeinander zuzumachen. Doch nun die Kehrtwende in Teheran: In einer Rede vor dem Parlament stellte Rouhani klar, dass er Verhandlungen mit den USA weiterhin ablehne.

"Bilaterale Gespräche standen nie auf der Agenda und stehen auch jetzt nicht darauf", betonte Rouhani. Noch vor ein paar Tagen hatte der Präsident ein Treffen mit Trump zumindest nicht kategorisch ausgeschlossen, knüpfte es allerdings an Bedingungen. Sollten die USA ihre Sanktionen gegen den Iran aufheben, "könnte man über weitere positive Entwicklungen reden".

Auch Trump erklärte sich zu Treffen bereit

Zuvor war der Außenminister des Iran, Mohammed Dschawad Zarif, zum G7-Gipfel nach Frankreich gereist, an dem auch Trump teilnahm. Die USA waren 2018 einseitig aus dem mit dem Iran geschlossenen Atomabkommen ausgestiegen und hatten anschließend immer schärfere Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf eine wirtschaftliche Schwächung des Landes abzielen. Die weiteren Vertragspartner des Atomabkommens - Frankreich, Deutschland, Großbritannien, China und Russland - wollen an dem Abkommen jedoch festhalten.

Und so hatte der französische Präsident Emmanuel Macron den Konflikt zwischen Iran und den USA kurzerhand als eines der Kernthemen auf die Tagesordnung des G7-Gipfels gesetzt. Und am Ende des Treffens in Biarritz sah schließlich auch Trump eine "sehr gute Chance" für gemeinsame Beratungen mit Rouhani. Die nächstmögliche Gelegenheit schien die UN-Vollversammlung Ende des Monats in New York, zu der auch Rouhani reisen will.

Iran droht mit höherer Urananreicherung

Doch aus Teheran ist nichts mehr von einer möglichen Annährung zu spüren. Im Gegenteil warnte Rouhani in seiner Rede vor dem Parlament, der Iran werde bis Ende dieser Woche seinen eigenen Ausstieg aus dem Atomabkommen vorantreiben, sollte es vonseiten der anderen Vertragspartner keine diplomatischen Fortschritte geben. Der Iran werde dann nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna Uran wesentlich stärker anreichern als im Atomabkommen erlaubt: statt 3,67 Prozent auf bis zu 20 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. September 2019 um 09:00 Uhr.

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