Donald Trump | Bildquelle: AP

Nach Drohnen-Abschuss Trump genehmigte offenbar Angriff auf Iran

Stand: 21.06.2019 09:03 Uhr

Den Abschuss einer US-Drohne wollte Washington nicht auf sich sitzen lassen. Medien berichten, US-Präsident Trump gab sein O.K. für einen Militärschlag gegen den Iran. Kurzfristig wurde der gestoppt.

Von Jan Bösche, ARD-Studio Washington

Den ganzen Tag über war in Washington diskutiert worden: Wie sollten die USA darauf reagieren, dass Iran eine amerikanische Drohne abgeschossen hatte? Für die US-Regierung gibt es keinen Zweifel: Die Drohne sei über internationalen Gewässern geflogen, Iran habe sie unrechtmäßig abgeschossen. Präsident Donald Trump sagte, Iran habe einen großen Fehler gemacht. Gleichzeitig wiegelte er ab: "Ich kann mir vorstellen, jemand, ein General vielleicht, hat einen Fehler gemacht und die Drohne abgeschossen. Ich habe ein Gefühl, richtig oder falsch, aber ich habe oft Recht, dass das ein Fehler war, gemacht von jemandem, der nicht hätte tun sollen, was er tat."

Flugroutenbild einer Rakete | Bildquelle: dpa
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Dieses Bild, das vom U.S. Central Command zu Verfügung gestellt wurde, soll die Flugroute und dem Abschussort der Drohne vom Typ RQ-4, Global Hawk zeigen, die nach Iranischen Angaben von den Iranischen Revolutionsgarden abgeschossen wurde.

Stopp in letzter Minute

Trump hatte sich bedeckt gehalten, wie eine amerikanische Reaktion ausfallen könnte. In der Nacht berichteten dann mehrere US-Medien, woran das lag: Laut ihrer Information hatte Trump den Befehl für einen begrenzten Angriff auf den Iran gegeben. Diese Angriffspläne seien dann aber in letzter Minute gestoppt worden. Die möglichen Ziele seien unter anderem Raketen-Abschussrampen und Radar-Anlagen gewesen. Die Angriffe seien eine von mehreren Optionen gewesen, die das Pentagon dem Weißen Haus vorgeschlagen hätte. Unklar ist, warum die Angriffe wieder abgesagt wurden und ob die Vorbereitungen für einen späteren Zeitpunkt weitergehen.

USA planten offenbar Vergeltungsschlag gegen den Iran
tagesschau 12:00 Uhr, 21.06.2019, Nicole Ahles, Svea Eckert, ARD-aktuell

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Der Abschuss der Drohne ist eine weitere Eskalation, ein Test für die Trump-Regierung, wie ernst sie es meint mit ihrer Politik des maximalen Drucks auf den Iran. Sie hatte das Atom-Abkommen aufgekündigt, das den Iran abhalten sollte, eigene Atomwaffen zu entwickeln. Die Sanktionen wurden verschärft, mit dem Ziel, iranische Ölexporte zu stoppen.

Sorge, in einen Krieg zu "stolpern"

Die Demokraten kritisieren die Taktik. Der oberste Demokrat im Senat, Chuck Schumer sagte, der Präsident müsse dem amerikanischen Volk erklären, warum er das Land zu einem neuen, endlosen Konflikt im Nahen Osten steuere.

"Der Präsident mag nicht vorhaben, einen Krieg zu beginnen. Wir haben die Sorge, dass er in einen Krieg stolpert. Der beste Weg, das zu verhindern, ist, eine robuste, offene Debatte zu führen, und den Kongress mitreden lassen."

Ein Krieg gegen den Iran bräuchte die Zustimmung des Kongresses - dieser Überzeugung sind auch viele von Trumps Republikanern. Bei ihnen gibt es Stimmen, die ein härteres Vorgehen gegen Iran den verlangen. Senator Lindsey Graham sagte, man sei einem Konflikt näher gekommen: "Ich bin einverstanden mit vielen Theorien, wie Militär eingesetzt werden kann. Wir können reagieren, wenn wir angegriffen werden. Sie haben unsere Drohne abgeschossen, sie attackieren einen Verbündeten, Saudi-Arabien, wo Amerikaner stationiert sind. Freiheit der Navigation. Viele Gesetze erlauben, das zu verteidigen."

Wie weit wollen die USA gehen?

Nach dem abgeblasenen Angriff bleibt die Frage, wie weit die USA gehen wollen und ob das US-Militär einen Konflikt mit Iran führen und gewinnen könnte. Der Militär-Analyst Cedric Leighton bezweifelte bei CNN, dass es dafür ausreichende Pläne gebe. Gleichzeitig bezweifelte er die Vermutung von Präsident Trump, dem iranischen Militär sei ein Fehler unterlaufen, als es die amerikanische Drohne abschoss: "Das passt nicht zur iranischen Militärstruktur. Sie haben eine sehr strenge Kommandostruktur. Das war eine sehr bewusste Tat. Gleichzeitig geben die Äußerungen des Präsidenten den Iranern einen Ausweg, wenn sie ihn nutzen wollen. Bisher sieht es nicht danach aus."

Markus Kaim, Politikwissenschaftler: "Wir standen heute Nacht an der Schwelle einer Eskalation"
tagesschau 12:00 Uhr, 21.06.2019

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Die amerikanische Flugaufsicht FAA reagiert auf die gestiegenen Spannungen im Nahen Osten: Sie verbot zivilen Flugzeugen einen Überflug von Teilen des Persischen Golfs und des Golfs von Oman. Das Verbot gilt für alle Flugzeuge, die in den USA registriert sind. Zur Begründung verwies die Behörde auf mehr militärische Aktivitäten in der Region und die politischen Spannungen.

Nach Drohnen-Abschluss: Präsident Trump wägt ab, Debatte über Iran-Strategie
J. Bösche, ARD Washington
21.06.2019 06:36 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Juni 2019 um 09:00 Uhr und Deutschlandfunk um 08:11 Uhr.

Korrespondent

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