Drohne RQ-4 | Bildquelle: AFP

Neue Spannungen USA und Iran streiten über Drohnen-Abschuss

Stand: 20.06.2019 17:31 Uhr

Die US-Regierung hat den Abschuss einer Drohne durch das iranische Militär verurteilt. US-Präsident Trump schrieb auf Twitter, Iran habe einen "sehr großen Fehler" begangen. Beide Regierungen streiten über die Umstände.

Mit dem Abschuss einer US-Aufklärungsdrohne hat sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiter zugespitzt. Die Regierungen in Washington und Teheran streiten über die Umstände.

Die USA bestätigten den Abschuss der US-Drohne durch den Iran und verurteilten ihn als "nicht provozierten Angriff". "Iranische Berichte, dass das Flugzeug über dem Iran war, sind falsch", erklärte das US-Zentralkommando Centcom, das die Truppen im Nahen Osten führt. Das unbemannte Überwachungsflugzeug vom Typ "RQ-4A Global Hawk" sei von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen worden, als es in der Nacht zum Donnerstag im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus operiert habe.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Abschuss der Drohne als "sehr großen Fehler" des Irans. Er schrieb auf Twitter: "Iran made a very big mistake!"

Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden den Abschuss der US-Drohne in der Provinz Hormusgan bekannt gegeben und erklärt, das unbemannte Fluggerät habe den iranischen Luftraum verletzt. Der Anführer der mächtigen Garden verurteilte eine Grenzverletzung. General Hossein Salami hob nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim hervor: "Die Grenzen sind unsere rote Linie." Er betonte, man strebe keinen Krieg an. "Aber wir sind bereit, auf jegliche Kriegserklärung zu antworten." In der Erklärung ist demnach von einer "US-Spionagedrohne" die Rede.

Zunächst hatte das US-Militär dementiert, eine Drohne in dem Gebiet eingesetzt zu haben. Später berichteten Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf eine nicht benannte, offizielle Quelle, es sei eine Drohne abgeschossen worden - allerdings hätte diese sich im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus befunden. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf und den Golf von Oman, an welchen wiederum die Provinz Hormusgan grenzt.

Streit um mutmaßliche Tankerangriffe

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen drastisch verschärft. So machte Washington Teheran kürzlich für den Angriff auf zwei Tanker im Golf von Oman verantwortlich. Andere Staaten schlossen sich der Sichtweise der US-Regierung an, darunter etwa Großbritannien. Der Iran wies die Vorwürfe mehrfach zurück. Ob es sich tatsächlich um gezielte Angriffe handelt, ist bisher nicht geklärt.

Angst vor Eskalation

International wächst die Sorge, dass der Konflikt in eine militärische Auseinandersetzung umschlagen könnte. Mehrfach hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Regierung verbal gedroht, bis hin zur "Vernichtung" ihres Landes.

Zuletzt hatten die USA angekündigt, 1000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden - zu "Verteidigungszwecken". Gleichzeitig hieß es aus dem US-Außenministerium, man strebe "keinen Konflikt mit dem Iran an". Auch der Iran betonte, es werde keine militärische Auseinandersetzung mit den USA geben. Am Mittwoch hatte der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, nochmals betont:

"Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der USA, um politischen Druck auszuüben."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 20. Juni 2019 um 15:00 Uhr.

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