Eine "Global Hawk"-Drohne der USA beim Landeanflug auf eine Basis in Japan | Bildquelle: AP

Angaben der Revolutionsgarden Iran meldet Abschuss von US-Drohne

Stand: 20.06.2019 07:18 Uhr

Irans Revolutionsgarden haben offenbar eine US-Drohne abgeschossen - unklar ist aber, wo. Der Iran spricht vom Süden des Landes. Die USA betonen Medien zufolge, die Drohne habe sich in internationalem Luftraum befunden.

Die iranischen Revolutionsgarden haben eigenen Angaben zufolge eine US-Drohe in der Provinz Hormusgan im Süden des Landes abgeschossen. Das teilten die Revolutionsgarden in einer Presseerklärung mit, aus der die Nachrichtenagentur Fars zitierte.

In der Erklärung ist demnach von einer "US-Spionagedrohne" die Rede, die in den iranischen Luftraum eingedrungen sein soll. Es handele sich um eine amerikanische "Global Hawk"-Drohne. Zunächst dementierte das US-Militär, eine Drohne in dem Gebiet eingesetzt zu haben. Später berichteten Nachrichtenagenturen übereinstimmend unter Berufung auf eine nicht benannte, offizielle Quelle, es sei eine Drohne vom Typ "Navy MQ-4C Triton" abgeschossen worden - allerdings hätte diese sich im internationalen Luftraum über der Straße von Hormus befunden. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf und den Golf von Oman.

MQ-4C Triton | Bildquelle: REUTERS
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Die USA bestätigten Medien zufolge den Drohnen-Abschuss. Es handele sich um den Typ "Navy MQ-4C Triton".

Streit um mutmaßliche Tanker-Angriffe

Die Provinz Hormozgan liegt direkt am Persischen Golf, einer der weltweit wichtigsten Transportrouten für Ölexporte. In dieser Region hatte es vor rund einer Woche mutmaßliche Angriffe auf zwei Öltanker gegeben. Auf beiden Schiffen gab es Explosionen. Ob es sich tatsächlich um gezielte Angriffe handelt, ist bisher nicht geklärt. Die USA beschuldigen den Iran, hinter den Vorfällen zu stecken. Andere Staaten schlossen sich der Sichtweise der US-Regierung an, darunter etwa Großbritannien. Die iranische Führung bestreitet die Vorwürfe.

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich bereits seit Monaten zu. Im vergangenen Jahr waren die USA einseitig aus dem 2015 zwischen den fünf UN-Vetomächten, Deutschland und dem Iran geschlossenen Atomabkommen ausgestiegen. Seitdem hat die US-Regierung mehrfach Sanktionen gegen den Iran verhängt, hauptsächlich um die Wirtschaft des Landes zu schwächen.

Angst vor Eskalation

International wächst die Sorge, dass der Konflikt in eine militärische Auseinandersetzung umschlagen könnte. Mehrfach hatte US-Präsident Donald Trump der iranischen Regierung verbal gedroht, bis hin zur "Vernichtung" ihres Landes.

Zuletzt hatten die USA angekündigt, 1000 zusätzliche Soldaten in den Nahen Osten zu entsenden - zu "Verteidigungszwecken". Gleichzeitig hieß es aus dem US-Außenministerium, man strebe "keinen Konflikt mit dem Iran an". Auch der Iran betonte, es werde keine militärische Auseinandersetzung mit den USA geben. Am Mittwoch hatte der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Schamchani, nochmals betont:

"Es besteht überhaupt kein Grund für einen Krieg, denn amerikanische Unterstellungen gegen andere Länder sind eine weltweit bekannte Taktik der USA, um politischen Druck auszuüben."

Ultimatum bis 7. Juli

Der Iran setzt stattdessen die verbliebenen Partner des Atomabkommens verstärkt unter Druck. Die EU will das Abkommen halten, doch Unternehmen innerhalb der Mitgliedsstaaten drohen ebenfalls von den US-Sanktionen getroffen zu werden, sollten sie weiterhin Geschäfte mit dem Iran betreiben. Trotzdem versucht die EU Wege zu finden, den Handel aufrecht zu erhalten. Die iranische Führung setzte der EU zuletzt ein Ultimatum bis zum 7. Juli, um diese Zusagen auch umzusetzen.

Iran meldet Abschuss einer US-Spionagedrohne
Michael Lehmann, SWR Istanbul zzt. Athen
20.06.2019 08:10 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Juni 2019 um 07:33 Uhr und 08:03 Uhr.

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