Flagge der USA und vom Iran | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Massive US-Sanktionen gegen Iran "Maximaler Druck" - mit Ausnahmen

Stand: 02.11.2018 19:21 Uhr

Am Montag setzen die USA weitere, massive Sanktionen gegen den Iran in Kraft - besonders empfindlich treffen dürften Teheran die Maßnahmen gegen den Öl- und Bankensektor. Allerdings soll es Ausnahmen geben.

Im Atomstreit mit dem Iran verschärfen die USA ab Montag noch einmal ihre Sanktionen - und dieses Mal soll es Teheran besonders hart treffen. "Maximaler Druck heißt maximaler Druck", sagte US-Außenminister Mike Pompeo, als er die Strafmaßnahmen ankündigte.

Im Fokus steht dieses Mal der Öl- und Bankensektor - und dieser ist fundamental für die iranische Wirtschaft. Daher dürften die Maßnahmen Teheran auch besonders hart treffen. Washington will das lukrative Ölgeschäft des Iran komplett zum Erliegen zu bringen. Unternehmen und Länder, die weiter mit dem Iran Ölgeschäfte machen, müssen mit Strafen rechnen, indem sie vom US-Markt ausgeschlossen werden.

US-Außenminister Pompeo | Bildquelle: REUTERS
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"Maximaler Druck heißt maximaler Druck" - US-Außenminister Mike Pompeo kündigt harte Sankionen gegen den Iran an.

Ausnahmen - aber nicht für die EU

Zumindest vorerst allerdings sollen acht Länder von den Sanktionen ausgenommen werden. Pompeo begründete diese Entscheidung damit, dass sich diese Staaten nachweislich um eine Reduzierung der iranischen Ölimporte "auf Null" bemühten. Außerdem sollten so zu heftige Turbulenzen auf dem Ölmarkt vermieden werden.

Unklar ist noch, für welche Staaten eine solche Regelung gilt - aber die EU gehört nach Angaben von Pompeo nicht dazu. Beobachter in Washington gehen davon aus, dass Indien, Japan und Südkorea auf der Liste stehen. Und auch die Türkei teilte mit, sie habe eine Ausnahmeregelung erwirkt.

Teheran demonstrativ gelassen

Der Iran zeigte sich in einer ersten Reaktion demonstrativ unbeeindruckt. Washington werde mit Sanktionen seine politischen Ziele nicht erreichen, hieß es aus dem Außenministerium in Teheran. Es gebe allenfalls eine psychologische Wirkung, von der sich "das tapfere iranische Volk aber nicht einschüchtern lassen wird".

Iran in akuter Finanzkrise

Allerdings steckt der Iran in einer akuten Finanzkrise, seit sich die USA im Mai aus dem internationalen Atomabkommen zurückgezogen haben. Die nationale Währung Rial verlor seitdem mehr als 60 Prozent an Wert.

Das Atomabkommen von 2015 soll den Iran vom Bau von Atomwaffen abhalten, erlaubt ihm aber die friedliche Nutzung der Kernkraft. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA attestiert Teheran mehrfach, sich an die Vereinbarungen zu halten. Die Regierung von US-Präsident Trump allerdings wirft dem Iran vor, weiterhin den Bau einer Atombombe anzustreben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2018 um 20:00 Uhr.

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