Ajatollah Ali Chamenei | Bildquelle: dpa

Rede des iranischen Führers Chamenei verbietet Verhandlungen mit USA

Stand: 13.08.2018 17:27 Uhr

Im Atomstreit mit den USA gibt der oberste Führer des Iran nun die Richtung vor: Chamenei verbietet Verhandlungen mit Washington. Amerika halte nie seine Versprechen, begründet das der Ajatollah.

Der Iran bleibt im Streit um sein Atomprogramm mit den USA unnachgiebig. Das Land sieht zur Zeit keine Basis für Verhandlungen mit Washington. Das machte der oberste Führer der Islamischen Republik, Ajatollah Ali Chamenei, klar. US-Präsident Donald Trump hatte angeboten, ein neues Atomabkommen mit Präsidenten Hassan Ruhani auszuhandeln.

Ajatollah Ali Khamenei | Bildquelle: dpa
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Ajatollah Ali Chamenei hält die US-Regierung für "betrügerisch".

"Wie soll man mit einer betrügerischen Regierung verhandeln", erklärte Chamenei in einer Rede in Teheran. "Wie einst der Revolutionsführer Ruhollah Chomeini" verbiete er deshalb Verhandlungen mit Washington. "Die Iraner sollten wissen: Es gibt weder Krieg noch Verhandlungen mit den USA". Der Ajatollah hat laut Verfassung in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

"Amerika kann man nicht trauen"

"Weil die Amerikaner Geld und Macht haben, schlagen sie Verhandlungen vor, in denen sie nur ihre eigenen Ziel verfolgen", sagte Chamenei weiter. Könnten sie diese Ziele nicht erreichen, kämen sie mit Drohungen und Sanktionen. Aus Vereinbarungen würden die USA dann wieder aussteigen. "Amerika hält nie seine bei Gesprächen gemachten Versprechen" und gebe "nur leere Worte" von sich, so Chamenei. "Solange sich diese Haltung nicht ändert, haben Verhandlungen auch keinen Sinn."

Die USA haben das internationale Atomabkommen einseitig gekündigt, in dem sich der Iran verpflichtet, seine Atomanlagen nur für zivile Zwecke zu nutzen und das kontrollieren zu lassen. Im Gegenzug hatten die USA, Russland, China, Großbritannien, Frankreich und Deutschland Wirtschaftssanktionen gegen den Iran aufgehoben. Obwohl das Land sich offenbar an das Abkommen hält, haben die USA Sanktionen wieder in Kraft gesetzt. Die Regierung in Washington wirft dem Iran Verstöße gegen die Vereinbarung vor.

Die Auswirkungen der US-Sanktionen auf die iranische Wirtschaft relativierte Chamenei. Es sei zwar nicht so, dass Sanktionen keinen Einfluss hätten. "Aber der wesentliche Faktor ist, wie wir mit ihnen umgehen", sagte er.

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Teheran präsentiert eine neue Rakete

Während Chameneis Absage an Gespräche mit den USA wurde im Fernsehen das neueste Rüstungsprojekt des Iran vorgestellt - die Kurzstreckenrakete "Fateh Mobin". "Unser Wille, unsere Verteidigungsfähigkeiten in allen Bereichen zu verbessern, wird wachsen, falls der Druck auf den Iran zunehmen sollte", erklärte Verteidigungsminister Amir Hatami bei der Präsentation des Flugkörpers.

Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami präsentiert eine neue Kurzstreckenrakete. | Bildquelle: AFP
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Der iranische Verteidigungsminister Amir Hatami präsentiert eine neue Kurzstreckenrakete.

Die Iranische Atomorganisation (AEOI) empfahl, trotz des US-Ausstiegs im internationalen Atomabkommen zu bleiben. Die EU sei politisch und wirtschaftlich auf der Seite des Irans geblieben, sagte AEOI-Sprecher Behrus Kamalwandi der Nachrichtenagentur Isna. Mit einem Ausstieg würde der Iran diese Unterstützung verlieren. Die iranische Regierung will nach eigenen Angaben frühestens im November über die Zukunft des Abkommens entscheiden.

Chamenei verbietet Gespräche mit den USA
Karin Senz, ARD Istanbul
13.08.2018 19:30 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. August 2018 um 14:00 Uhr.

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