Iran geistlicher Führer Ayatollah Khamenei

Reaktion auf Strafmaßnahmen Iran wettert gegen US-Sanktionen

Stand: 24.04.2019 13:45 Uhr

US-Präsident Trump sei ein Halbstarker, man werde so viel Öl exportieren, wie man wolle - der Iran zeigt sich angesichts der verschärften US-Sanktionen kämpferisch. Diese würden "nicht ohne Reaktion" bleiben.

Nach der Verschärfung der US-Sanktionen gegen den Iran hat dessen geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei Reaktionen angekündigt. Es handele sich um "eine feindliche Maßnahme", die "nicht ohne Reaktion" bleiben werde, schrieb Khamenei bei Twitter. Der Boykott der iranischen Ölexporte werde die USA nirgendwohin bringen, und der Iran werde so viel Öl exportieren, wie er brauche und wolle.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani bezeichnet seinen amerikanischen Amtskollegen Donald Trump als Halbstarken, der die diplomatischen Bemühungen im Iran kontinuierlich erschwere. "Diplomatie ist nur dann möglich, wenn gegenseitiger Respekt herrscht und kein Druck ausgeübt wird."

USA drohen anderen Ländern

Die USA hatten am Montag angekündigt, dass Käufer iranischen Öls mit Strafen belegt würden. Sollten Länder wie China, Indien und die Türkei weiter Öl aus dem Iran beziehen, müssten sie mit Sanktionen durch Washington rechnen. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Mai den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran verkündet und neue Beschränkungen gegen das Mullah-Regime verhängt.

Iran geistlicher Führer Ayatollah Khamenei
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Iran geistlicher Führer Khamenei zeigte sich kämpferisch angesichts der neuen US-Strafaktionen.

Nach Inkrafttreten des Sanktionen im vergangenen November gewährte die US-Regierung aber acht Ländern einen Aufschub von sechs Monaten, um ihre Ölimporte aus dem Iran zu reduzieren. Fünf der acht Länder (Griechenland, Italien, Japan, Südkorea und Taiwan) haben bereits ihre Importe reduziert, doch die Türkei, China und Indien führen weiter große Mengen iranischen Öls ein. Ihnen drohen nun vom 2. Mai an Sanktionen.

Saudi-Arabien plant nach Angaben der Regierung vorerst keine höhere Ölproduktion, um etwaige Engpässe wegen der Iran-Sanktionen zu kompensieren. Die globalen Vorräte stiegen trotz der Vorkommnisse in Venezuela und der verschärften Sanktionen gegen den Iran immer weiter an, sagte Energieminister Chalid al-Falih. Er sehe deshalb keine Notwendigkeit für eine unmittelbare Anpassung der eigenen Produktion.

EU und Türkei wollen am Iran festhalten

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu kritisierte am Dienstag die "einseitige Entscheidung" der USA und ihren Druck auf andere Staaten. Ankara wehrt sich seit langem gegen die Politik der USA, auch Drittstaaten zur Einhaltung ihrer Sanktionen gegen den Iran zu zwingen. Auch die Europäer lehnen das Vorgehen der USA ab und wollen am Atomabkommen und ihren Wirtschaftsbeziehungen mit dem Iran festhalten.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 24. April 2019 um 14:30 Uhr.

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