Ein Techniker arbeitet an einer Uran-Aufbereitungsanlage. | Bildquelle: dpa

Atomabkommen Iran reichert mehr Uran an als erlaubt

Stand: 01.07.2019 16:01 Uhr

Der Iran besitzt erstmals mehr Uran, als nach dem 2015 abgeschlossenen Atomabkommen erlaubt ist. Damit reagiert das Land auf die von US-Präsident Trump verhängten Wirtschaftssanktionen.

Der Iran hat eigenen Angaben zufolge eine wesentliche Vereinbarung aus dem internationalen Atomabkommen gebrochen. Die Internationale Atomenergiebehörde IAEA bestätigte iranische Angaben, wonach Teheran die erlaubte Menge an schwach angereichertem Uran überschritten hat.

Außenminister Mohammad Dschawad Sarif hatte zuvor entsprechende Medienberichte bestätigt. Der Iran hatte die Überschreitung in den vergangenen Tagen angekündigt. Nach dem Wiener Atomabkommen von 2015 liegt die vorgeschriebene Obergrenze bei 300 Kilogramm.

Sein Land habe die Grenze "gemäß Plan" überschritten, sagte Sarif. Das Uran darf außerdem nicht höher als auf 3,67 Prozent angereichert werden. Diese zweite Auflage will Teheran nach eigenen Angaben am 7. Juli verletzen.

Urananreicherung und der Iran
01.07.2019, Heike Keuthen, ARD-aktuell

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Überschreitung als Reaktion auf US-Sanktionen

Mit der Überschreitung der Grenze reagiert der Iran auf die von Donald Trump verhängten Wirtschaftssanktionen. Vor einem Jahr hatte der US-Präsident das Abkommen einseitig aufgekündigt und die Sanktionen mehrfach verschärft. Die vom Iran erhofften Erleichterungen beim Im- und Export wurden durch diese Schritte torpediert.

Die anderen fünf Unterzeichner Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und China stehen weiter zu dem Vertrag und versuchen, den Deal zu retten. Verstöße gegen das Abkommen wollen aber auch sie nicht ohne weiteres hinnehmen. Für Ende Juli ist ein Außenministertreffen der sechs Staaten geplant.

Iran: Vorgehen kann auch wieder rückgängig gemacht werden

Den fünf im Abkommen verbliebenen Staaten hatte der Iran Anfang Mai eine 60-Tage-Frist gesetzt, innerhalb derer sie eine Möglichkeit finden sollten, wie die iranische Öl- und Bankenbranche vor den US-Sanktionen geschützt werden kann. Die meisten ihrer Firmen hatten sich aus Furcht vor US-Sanktionen aus dem Iran zurückgezogen.

Das iranische Außenministerium erklärte, die Schritte des Iran könnten auch wieder rückgängig gemacht werden. Die Europäer müssten aber ihre Bemühungen beschleunigen, um die Effekte der US-Sanktionen abzufedern.

Atomprogramm sollte auf zivile Zwecke begrenzt werden

Das internationale Abkommen sollte das iranische Atomprorgamm auf zivile Zwecke beschränken. Die schwache Anreicherung ist ein erster Schritt auf dem Weg zu hoch angereichertem Uran, das zum Bau von Atomwaffen benutzt werden kann.

Parallel zum Konflikt um das Atomabkommen haben sich die militärischen Spannungen am Persischen Golf verschärft. Die USA verstärken dort ihre Militärpräsenz, es gab Angriffe auf mehrere Tanker und im Juni schossen die Iraner eine US-Drohne ab.

Iran überschreitet 300kg Grenze für angereichertes Uran
Christian Buttkereit, ARD Istanbul
01.07.2019 16:37 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Juli 2019 um 14:00 Uhr.

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