Mitarbeiter in iranischer Atomanlage | dpa

Umstrittene Urananreicherung Europäer kritisieren Iran scharf

Stand: 06.01.2021 18:13 Uhr

Deutschland, Frankreich und Großbritannien haben den Iran aufgefordert, seine umstrittene Urananreicherung unverzüglich zu stoppen. In einer gemeinsamen Erklärung sprechen sie von "erheblichen Risiken".

Von Kai Küstner, ARD-Hauptstadtstudio

Es sind scharfe Worte, mit denen Berlin, Paris und London auf den jüngsten Verstoß des Iran gegen das Atomabkommen reagieren: Von einer "schwerwiegenden negativen Entwicklung" sprechen die Außenminister der drei Länder in einer gemeinsamen Erklärung. Es bestehe die Gefahr, dass "die wichtige Gelegenheit für eine Rückkehr zur Diplomatie mit der künftigen US-Regierung in Frage gestellt wird".

Kai Küstner ARD-Hauptstadtstudio

Deutschland, Frankreich und Großbritannien bilden zusammen die sogenannten E3-Staaten. Sie sind seit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 darum bemüht, den Deal trotz aller Widerstände aufrechtzuerhalten.

Keine zivile Begründung für Urananreicherung

Am Montag hatte Teheran mitgeteilt, in seiner unterirdischen Atomanlage Fordo mit der Anreicherung von Uran auf 20 Prozent begonnen zu haben - was einen eindeutigen Verstoß gegen das Abkommen darstellt. Dies "höhle die Vereinbarung weiter aus", kritisieren die Europäer nun.

Für den Verstoß gebe es keine glaubwürdige zivile Begründung, er berge "erhebliche Proliferationsrisiken", also Risiken für die Weiterverbreitung von Atomwaffen, so die Außenminister. Berlin, Paris und London fordern den Iran auf, die Urananreicherung auf bis zu 20 Prozent unverzüglich einzustellen und sich - so wörtlich - "jeder weiteren Eskalation zu enthalten".

Atomanlage Fordo | dpa

Irans unterirdische Atomanlage Fordo: "Erhebliche Proliferationsrisiken" Bild: dpa

Iraner hoffen auf Aufhebung der US-Sanktionen

Seit dem US-Ausstieg aus dem Abkommen hatte auch Teheran damit begonnen, seine Zusagen schrittweise zurückzuschrauben. Allerdings verbindet sich mit dem Amtsantritt von Joe Biden als US-Präsident am 20. Januar aus iranischer Sicht die Hoffnung, die Amerikaner könnten die harten Wirtschaftssanktionen wieder aufheben. Biden war Vizepräsident, als die Obama-Regierung das Abkommen mit dem Iran aushandelte.

Die Europäer fürchten indes, das Verhalten Teherans könne die Rettung des Deals erheblich gefährden. Sie warnen vor einer Einengung des Spielraums "für effektive Diplomatie".

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 06. Januar 2021 um 17:37 Uhr.

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KOMMENTARE

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Sisyphos3 07.01.2021 • 00:11 Uhr

21:18 von Demokratieschue...

Atomwaffen braucht niemand! . das ist jetzt die Frage ! Was ist die Lebensversicherung Israels das Zeug welches in Beersheba lagert ? Wäre der Irak von den USA angegriffen worden hätten sie Atomwaffen gehabt ?