Uranumwandlungsanlage in Isfahan (Archivbild) | Bildquelle: picture-alliance/ dpa

Irans Atomorganisation "Können Uran unbegrenzt anreichern"

Stand: 26.01.2020 00:33 Uhr

Hoch angereichertes Uran wird zum Bau von Atomwaffen gebraucht. Die Nationale Atomorganisation des Irans verkündet nun, das Land sei in der Lage das Material unbegrenzt herstellen zu können.

Die iranische Atomorganisation (AEOI) ist nach eigenen Angaben in der Lage, Uran bis zu einem unbegrenzten Grad anzureichern. "Sobald die politische Führung grünes Licht gibt, ist die AEOI in der Lage, Uran unbegrenzt anzureichern", sagte der Vizechef Ali Asghar Sarean laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Außerdem produziere man derzeit eine neue Generation von Zentrifugen, die den Prozess der Urananreicherung erheblich beschleunigen könne. Die Atomorganisation sei laut Sarean seit einiger Zeit dabei, die neuen Zentrifugen zu testen. Hoch angereichertes Uran wird zum Bau von Atomwaffen gebraucht.

Präsident Hassan Rouhani hatte letzte Woche behauptet, das iranische Atomprogramm sei jetzt "fortgeschrittener" als vor dem Wiener Atomabkommen von 2015. Das Land habe mehr Kapazitäten, um Uran anzureichern. Dennoch hat Ruhani einen kompletten Ausstieg seines Landes aus dem Atomabkommen bis auf weiteres ausgeschlossen.

Atomdeal sollte Bewaffnung verwehren

Das Atomabkommen sollte dem Iran ein ziviles Atomprogramm ermöglichen, aber eine atomare Bewaffnung verwehren. Es war an die Aufhebung von Wirtschaftssanktionen geknüpft. Die USA stiegen aber 2018 einseitig aus dem von den UN übernommenen Abkommen aus und belegten Teheran wieder mit schweren Wirtschaftssanktionen. Nach einem Karenzjahr übertrat auch der Iran schrittweise immer mehr Regeln der Vereinbarung, insbesondere den Urananreicherungsgrad, einer der Kernpunkte des Wiener Abkommens.

Die anderen Partner China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Russland wollen das Regelwerk auch ohne die USA retten. Die drei EU-Staaten aktivierten wegen der zunehmenden Regelverstöße des Irans jedoch jüngst einen Schlichtungsmechanismus.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 25. Januar 2020 um 23:00 Uhr.

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