Hassan Ruhani, Präsident des Iran, besucht ein Atomkraftwerk (Archivbild). | dpa

Verstoß gegen Atomabkommen Iran erhöht Vorräte an angereichertem Uran

Stand: 11.11.2020 21:12 Uhr

Seit sich die USA aus dem Atomabkommen zurückgezogen haben, fühlt sich der Iran nicht mehr daran gebunden. Die Menge an angereichertem Uran im Land betrage bereits das Zwölffache des Erlaubten, berichtet die internationale Atombehörde.

Der Iran erhöht nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA weiterhin seine Vorräte an niedrig angereichertem Uran. Er verstößt damit gegen die Beschränkungen aus dem internationalen Atomabkommen von 2015, wie die Behörde in ihrem vierteljährlichen Bericht an die Mitgliedsstaaten mitteilt.

Anfang November habe der Iran über einen Vorrat von gut 2400 Kilogramm an niedrig angereichertem Uran verfügt, Ende August seien es noch rund 2100 Kilogramm gewesen, heißt es in dem Bericht. Das Abkommen genehmigt nur einen Vorrat von gut 200 Kilogramm.

Abkommen soll Bau einer Atombombe verhindern

Laut IAEA hat der Iran zudem noch keine Begründung dafür geliefert, warum Uran-Teilchen in einer nicht als Atom-Standort deklarierten Einrichtung gefunden worden sind. Die chemische Signatur der Atomspuren entspreche der von Spuren an Zentrifugen, die der Iran aus seinem Nachbarstaat Pakistan, einer Atommacht, importiert habe. Außerdem seien entgegen dem internationalen Atomabkommen erste fortgeschrittene Uran-Zentrifugen unterirdisch installiert worden. Die IAEA fordert eine umfassende Erklärung vom Iran.

Das Atomabkommen wurde 2015 zwischen dem Iran einerseits und den USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland andererseits unterzeichnet. Es soll den von schiitischen Klerikern beherrschten Iran am Bau einer Atombombe hindern. Im Gegenzug erhält der Iran wirtschaftliche Anreize. Die USA zogen sich jedoch unter Präsident Donald Trump 2018 aus dem Abkommen zurück. Seither versucht der Iran, mit Verstößen gegen das Abkommen Druck auf die verbliebenen Unterzeichner auszuüben.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 11. November 2020 um 19:23 Uhr.