US-Präsident Donald Trump spricht im Weißen Haus. | Bildquelle: AP

Tweet auf Farsi Wie Trump die Iran-Proteste benutzt

Stand: 12.01.2020 09:27 Uhr

Die Proteste gegen die Regierung im Iran kommen der US-Administration sehr gelegen. Per Tweet in Farsi solidarisierte sich Präsident Trump mit dem iranischen Volk, dessen Mut er lobt.

Von Sebastian Hesse, ARD-Studio Washington

Donald Trump ist immer wieder für eine Überraschung gut: Jetzt adressiert er auf Twitter das iranische Volk - und zwar auf Farsi. Sowohl in persischer Sprache, als auch auf Englisch solidarisierte sich der US-Präsident mit den Protesten der iranischen Bevölkerung. "An das tapfere und leidgeprüfte iranische Volk: Seit Beginn meiner Präsidentschaft war ich auf Eurer Seite und meine Regierung wird das auch weiterhin sein. Wir verfolgen aufmerksam Eure Proteste und lassen uns durch Euren Mut inspirieren!"

Mit großer Genugtuung nimmt die Trump-Regierung zur Kenntnis, dass die nationale Geschlossenheit, die im Iran nach der Tötung von General Kassem Soleimani kurzzeitig herrschte, wie weggeblasen scheint.

In den USA beherrscht das öffentliche Schuldeingeständnis der Teheraner Führung die Schlagzeilen, die iranische Armee sei für den Abschuss der ukrainischen Passagiermaschine verantwortlich. Washington hofft, Teherans Erklärung, auch Täter zu sein und nicht nur Opfer amerikanischer Aggression, könnte die Stimmung im Iran dauerhaft kippen.

"Wie damals bei Vietnam oder beim Irak"

Bernie Sanders spricht bei einer Veranstaltung in Davenport, US-Bundesstaat Iowa. | Bildquelle: AP
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Sanders fühlt sich an die Lügen vor dem Irak-Einmarsch erinnert.

Die Opposition in den USA versucht derweil weiterhin, die Tötung Soleimanis als unverhältnismäßige und unnötige Eskalation des Konflikts zu brandmarken. Präsidentschaftskandidat Tom Steyer betonte, er habe keinerlei Beweis dafür gesehen, dass es tatsächlich eine unmittelbare Bedrohung von US-Bürgern durch Suleimani gegeben habe.

Ins gleiche Horn bläst Bernie Sanders, ein weiterer Herausforderer Trumps. "Wie damals bei Vietnam oder beim Irak werden wir auch im Falle Iran mit Lügen in die Irre geführt", klagte Sanders. Suleimanis Tötung wurde mit unmittelbarer Gefahr für US-Bürger begründet. Doch dafür gebe es keinerlei Beweis, so Sanders - auch nicht in vertraulicher Runde im Geheimdienstausschuss.

Proteste in Teheran nach iranischem Bekenntnis zu Flugzeugabschuss
tagesthemen 23:40 Uhr, 11.01.2020, Natalie Amiri, BR

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Vier US-Botschaften in Gefahr?

Diese Kritik verfing für kurze Zeit und brachte Trump in Erklärungsnot. Er behauptete, dass vier US-Botschaften unmittelbar durch iranische Aggression bedroht gewesen seien. Die Ereignisse in Bagdad seien nur der Anfang gewesen. Dort hatte es zum Jahreswechsel schwere Ausschreitungen gegeben.

Andere Minister aus Trumps Kabinett wanden sich noch mehr bei der Frage und wiesen - wie stets - auf die Vertraulichkeit von Geheimdiensterkenntnissen hin. Jetzt haben die iranischen Demonstranten eine veränderte Situation geschaffen, die für die Trump Regierung wie bestellt kommt.

Solidarität mit iranischen Demonstranten: Trump twittert auf Farsi
Sebastian Hesse, ARD Washington
12.01.2020 06:24 Uhr

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Über dieses Thema beichtete MDR aktuell am 12. Januar 2020 um 07:05 Uhr.

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