Der Tanker Sabiti | Bildquelle: AP

Zwischenfall vor saudischer Küste Iran meldet Angriff auf Tanker

Stand: 11.10.2019 13:55 Uhr

Der iranische Öltanker "Sabiti" ist vor Saudi-Arabien von zwei Explosionen erschüttert worden. Der Iran sprach von einem Angriff mit Raketen. Die Details bleiben nebulös.

Von Carsten Kühntopp, ARD-Studio Kairo

Das iranische Außenministerium erklärte, der Tanker sei zweimal getroffen worden. Die Hintermänner der Angriffe seien für die Konsequenzen dieses "gefährlichen Abenteuers" verantwortlich. Laut der Nationalen iranischen Ölgesellschaft erschütterte die erste Explosion den Tanker "Sabiti" um fünf Uhr früh Ortszeit, die zweite 20 Minuten später.

Karte: Iran und Saudi-Arabien mit Hafenstadt Dschidda
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Der Tanker war etwa einhundert Kilometer von der saudischen Hafenstadt Dschidda entfernt.

Ölleck gestoppt

Zu diesem Zeitpunkt sei das Schiff rund einhundert Kilometer von der saudischen Hafenstadt Dschidda entfernt gewesen. Besatzungsmitglieder seien nicht zu Schaden gekommen, die Crew habe den Tanker unter Kontrolle. Ein Ölleck sei gestoppt worden, es brenne an Bord nicht, so die Ölgesellschaft.

Die Fünfte Flotte der US-Marine, die in der Region im Einsatz ist, erklärte lediglich, man kenne die Berichte über den Vorfall. Aus Saudi-Arabien gab es zunächst keine Informationen über das Geschehen.

Tanker auf dem Weg zur Insel Larak

Laut dem auf Schiffsverkehr spezialisierten Internetportal "MarineTraffic" schaltete der iranische Tanker am späten Morgen sein Tracking-Gerät wieder ein, zum ersten Mal seit Mitte August. Das Schiff befinde sich nun etwa 130 Kilometer südwestlich von Jeddah. Die Firma Refinitiv berichtet, der Tanker sei auf dem Weg in den Persischen Golf, als Ziel habe er die iranische Insel Larak eingestellt.

Der Tanker Sabiti | Bildquelle: AP
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Der Vorfall auf dem Tanker könnte die Spannungen zwischen Iran und Saudi-Arabien weiter verschärfen.

Auch wenn die genauen Umstände des Vorfalls vor der saudischen Küste unklar sind, könnte das Ereignis die Beziehungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran weiter belasten.

Pakistans Regierungschef will vermitteln


Zuletzt hatte es Anzeichen dafür gegeben, dass Saudis und Iraner zu versuchen scheinen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Der Sender Al Jazeera berichtet, dass der pakistanische Regierungschef Imran Khan in kürze in Teheran erwartet wird, um zu vermitteln.

Das Rote Meer ist eine wichtige Schiffahrtsroute. Wie die Straße von Hormus ist auch sie ein strategisches Nadelöhr für den Seehandel und den Öltransport.

Ölpreisanstieg um zwei Prozent

Die internationalen Märkte reagierten auf die Berichte über den Tankervorfall sofort. Die Ölpreise stiegen um mehr als zwei Prozent, der größte Sprung seit Mitte September. Damals waren Öleinrichtungen in Saudi-Arabien von mehreren Raketen getroffen und schwer beschädigt worden. Auf einen Schlag brach die saudische Tagesproduktion um mehr als die Hälfte ein.

Explosionen an Bord eines iranischen Tankers
Carsten Kühntopp, ARD Kairo
11.10.2019 13:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Oktober 2019 um 14:00 Uhr.

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