Die "Adrian Darya 1" liegt votr Gibraltar. | Bildquelle: AP

Iranischer Tanker USA drohen Mittelmeerhäfen

Stand: 20.08.2019 21:50 Uhr

Die USA haben alle Mittelmeer-Anrainer vor Geschäften mit der iranischen "Adrian Darya 1" gewarnt. Dies wäre Terrorunterstützung. Der Tanker soll das Ziel Griechenland haben - dort hat man aber keine Anfrage vorliegen.

Am Montag hatte die "Adrian Darya 1" nach wochenlanger Festsetzung die Hoheitsgewässer Gibraltars verlassen. Der iranische Supertanker schlug einen Ostkurs ein - angeblich in Richtung des griechischen Hafens Kalamata. Bisher stellte das Schiff jedoch den griechischen Behörden zufolge noch keine offizielle Anfrage, um dort einzulaufen. Es sei üblich dies mindestens 48 Stunden vor Ankunft zu tun, so die Hafenbehörden.

In dieser unklaren Situation erhöhen die USA den diplomatischen Druck auf die Mittelmeer-Anrainer. Geschäfte mit dem Schiff entsprächen einer Unterstützung von Terroristen, erklärte ein Sprecher des US-Außenministeriums. Jegliche Unterstützung für das Schiff könne hohe Geld- und langjährige Haftstrafen nach sich ziehen, warnte das Ministerium.

Der US-Sondergesandte für den Iran, Brian Hook, betonte, man wolle sicherstellen, dass das Öl nicht für Irans "Terrorunterstützung" benutzt werde. "Wir verfolgen die Bewegungen dieses Schiffes." Deshalb habe man alle Länder aufgefordert, iranischen Tankern die Durchfahrt durch nationale Gewässer und das Ankern in Häfen zu verbieten.

Wohin fährt der Tanker?

Auf der Website Marine Traffic kann die Position des Schiffs mit gewisser Verzögerung nachverfolgt werden. Am Dienstagmorgen war es demnach auf der Höhe von Oran in Algerien. Der Tanker fuhr ostwärts mit etwa acht Knoten.

Falls die "Adrian Darya 1" ihren Kurs beibehält, könnte sie am Sonntag in Kalamata einlaufen.

Schriftzug am Rumpf der "Adrian Darya 1" - vormals bekannt unter dem Namen "Grace 1" | Bildquelle: REUTERS
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Die "Grace 1" wurde in "Adrian Darya 1" umbenannt und fährt nun unter iranischer Flagge - aber wohin?

Vergebliche US-Anfrage

Am vergangenen Donnerstag hatte das Oberste Gericht Gibraltars die "Grace 1", so hieß das Schiff zu diesen Zeitpunkt noch, freigegeben. Teheran hatte dem britischen Überseegebiet zuvor schriftlich versichert, dass die Fracht nicht nach Syrien gebracht werden soll.

Wenig später verlangte ein US-Bundesgericht die permanente Festsetzung des Schiffs, was Gibraltar aber ablehnte. Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das Teheran am Bau einer Atombombe hindern sollte. Seit dem Ausstieg setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Um Teheran zu Zugeständnissen zu bewegen, haben die USA harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen.

"Stena Impero"-Verfahren beginnt

Kurz nach der Festsetzung der "Grace 1" hatte die iranische Revolutionsgarde im Persischen Golf den britischen Tanker "Stena Impero" gekapert. Auch in diesen Fall könnte Bewegung kommen.

Das Gerichtsverfahren, das die angeblichen Verstöße des Tankers untersuchen soll, hat in der südiranischen Hafenstadt Bandar Abbas begonnen. Das Schicksal des britischen Öltankers habe jedoch nichts mit der Freigabe des iranischen Supertankers zu tun, verischerte Vizetransportminister Mohammed Rastad. Die "Grace 1" sei illegal festgesetzt worden, der britische Tanker habe jedoch gegen maritime Vorschriften verstoßen, so der Vizeminister laut Nachrichtenagentur Tasnim. Zwischenzeitlich hatten die iranischen Behörden eine Art Schiffsaustausch vorgeschlagen.

USA warnen Griechenland iranischen Tanker vor Anker gehen zu lassen
Torsten Teichmann, ARD Washington
21.08.2019 05:15 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. August 2019 um 05:23 Uhr.

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