Die iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh ( Aufnahme aus dem Jahr 2008). | Bildquelle: AP

Urteil im Iran Sieben Jahre Haft für Aktivistin Sotoudeh

Stand: 11.03.2019 14:29 Uhr

Die Menschenrechtsanwältin Sotoudeh ist im Iran zu mehreren Jahren Haft verurteilt worden. Die Aktivistin erkennt den Richterspruch nicht an. Sie hatte sich für Oppositionelle eingesetzt.

Die Menschenrechtsanwältin und Aktivistin Nasrin Sotoudeh ist von einem iranischen Gericht erneut zu jahrelanger Haft verurteilt worden. Die 55-Jährige soll für sieben Jahre ins Gefängnis: Fünf Jahre wegen staatsfeindlicher Propaganda und zwei Jahre wegen Beleidigung des obersten geistlichen Führers des Iran, Ayatollah Ali Chamenei.

Hungerstreik gegen Inhaftierung

Sotoudeh hat sämtliche Vorwürfe gegen sie stets abgestritten und sich geweigert, für sich eine Kaution von umgerechnet 125.000 Euro zu stellen. Zudem hatte sie gegen ihre Inhaftierung mit Hungerstreik protestiert. Das Urteil gegen sie wurde in ihrer Abwesenheit gesprochen, da die Aktivistin sich geweigert hatte, an der Verhandlung teilzunehmen. Da sie auch den Richterspruch nicht anerkennt, landet ihr Fall nun vor einem Berufungsgericht.

Die Anwältin war im vergangenen Juni festgenommen worden, gemeinsam mit ihrem Mann Resa Chandan. Auch ihm war der Prozess gemacht worden, wegen des Vorwurfs der Gefährdung der nationalen Sicherheit und angeblicher Propaganda gegen die islamische Führung. Im Januar wurde Chandan zu sechs Jahren Haft verurteilt. Zudem darf er danach für zwei Jahre das Land nicht verlassen, darf keiner politischen Partei angehören und er darf journalistisch und in sozialen Netzwerken nicht mehr tätig sein.

2012 mit Sacharow-Preis ausgezeichnet

Das Paar hatte sich gemeinsam für Dissidenten eingesetzt. Sotoudeh hatte sie juristisch vertreten, ebenso wie sie zuletzt das Mandat für Frauen übernommen hatte, die sich gegen den Kopftuchzwang im Iran eingesetzt hatten. Für ihr Engagement war sie 2012 mit dem Sacharow-Preis des EU-Parlaments ausgezeichnet worden.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Aktivistin zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Bereits 2010 sprach sie ein Gericht wegen Propaganda schuldig. Elf Jahre sollte Sotoudeh ins Gefängnis. Nach der Wahl von Hassan Rouhani zum Präsidenten wurde sie 2013 vorzeitig aus der Haft entlassen.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. März 2019 um 14:45 Uhr in den Nachrichten.

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