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Iran Anschlag auf Irans Revolutionsgarde

Stand: 13.02.2019 22:48 Uhr

Bei einem Selbstmordanschlag im Iran sind mindestens 20 Mitglieder der Revolutionsgarden getötet worden. Die Separatistengruppe Dschaisch al-Adl reklamierte den Angriff auf einen Bus für sich.

Im Südosten des Iran sind bei einem Selbstmordanschlag auf einen Bus der Revolutionsgarden zahlreiche Soldaten getötet worden. Die Nachrichtenagentur Tasnim berichtete von 27 Opfern und berief sich auf die Presseabteilung der Revolutionsgarden (IRCG). Demnach seien weitere 13 Angehörige der Elitetruppe verletzt worden. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars meldete 20 Tote und zehn Verletzte.

Die Explosion ereignete sich nach Angaben der Revolutionsgarden auf einer Straße in der Provinz Sistan und Belutschistan. Der Bus sei mit einem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug angegriffen worden. An Bord des Busses seien Grenzwächter gewesen, die nach Beendigung ihrer Mission an den Grenzgebieten zu Afghanistan und Pakistan wieder auf dem Weg nach Hause gewesen seien.

"Armee der Gerechtigkeit" reklamiert Angriff für sich

Der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge reklamierte die sunnitische Separatistengruppe Dschaisch al-Adl, die "Armee der Gerechtigkeit", das Attentat für sich. Sie wurde 2012 von Mitgliedern der militanten Dsundullah-Gruppe ("Soldaten Gottes") gegründet. Beide Gruppen haben in den vergangenen Jahren mehrmals Angriffe auf Zivilisten und Militärs verübt. Der Anführer der Dsunddullah wurde 2010 im Iran hingerichtet. Seitdem gibt es immer wieder Racheaktionen beider Gruppen gegen iranische Truppen in Sistan und Belutschistan.

Für den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif steht der Anschlag auch im Zusammenhang mit der Nahostkonferenz in Warschau, die vom Iran als ein Anti-Iran-Treffen bezeichnet wird. "Es ist kein Zufall, dass der Iran genau an dem Tag, an dem der Zirkus in Warschau beginnt, von einem Terroranschlag getroffen wird", twitterte Sarif am Abend.

Auf der von den USA und Polen protegierten Konferenz sollen zahlreiche Nahoststaaten über Frieden und Sicherheit in der Region beraten. Ursprünglich sollte sie sich vornehmlich mit dem Iran befassen.

Revolutionsgarden Teil der regulären Armee

Die Revolutionsgarden bilden neben der regulären Armee die zweite ‎Säule der iranischen Streitkräfte. Oberbefehlshaber der Revolutionsgarden ist der oberste Führer ‎Ajatollah Ali Chamenei, nach der Verfassung das iranische Staatsoberhaupt.‎

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 13. Februar 2019 um 21:00 Uhr in den Nachrichten.

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