Iranische Atomanlage Natans

Nach Brand in Natans Iranische Atomanlage schwer beschädigt

Stand: 06.07.2020 01:09 Uhr

Nach einem Brand in der iranischen Atomanlage in Natans scheinen die Schäden erheblich zu sein. Pläne zur Urananreicherung der Regierung könnten dadurch zurückgeworfen werden. Als Ursache schließt die Regierung Sabotage von außen nicht aus.

Die iranische Atomanlage in Natans ist nach einem Brand offenbar doch schwer beschädigt worden. Der Vorfall am Donnerstag habe gravierende Schäden verursacht, zitierte die Nachrichtenagentur IRNA den Sprecher der iranischen Atomenergie-Behörde, Behrus Kamalwandi. Der Iran werde die Anlage durch einen besser ausgestatteten, größeren Bau zur Urananreicherung ersetzen.

Die Entwicklung und Produktion von Zentrifugen - die zur Uran-Anreicherung benötigt werden - könne wegen des Vorfalls auf mittlere Sicht beeinträchtigt werden. Wie IRNA mitteilte, handelt es sich bei dem beschädigten Gebäude um eine Produktionsstätte für ebensolche Zentrifuge. Am Freitag hatte Kamalwandi erklärt, die Anlage sei durch den Brand nicht beeinträchtigt. Beschädigt worden sei eine im Bau befindliche Halle und nicht die Anlage selbst. Natans ist ein zentraler Baustein im Atomprogramm des Iran, das nach Angaben des Landes friedlichen Zwecken dient.

Cyberangriff oder Unfall?

Die USA werfen dem Iran hingegen vor, heimlich nach Atomwaffen zu streben. Sie haben das Land deshalb mit Sanktionen belegt, die die Wirtschaft der Islamischen Republik schwer treffen. Die iranischen Sicherheitsbehörden haben sich bislang nicht zu der Brandursache geäußert. Am Samstag hatten Insider aus dem Umfeld der iranischen Regierung der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, das Feuer könnte durch einen Cyber-Angriff ausgelöst worden sein. Die Agentur IRNA hatte vor einigen Tagen Sabotage durch feindliche Kräfte wie Israel oder die USA als Ursache ins Spiel gebracht, ohne diese Länder aber direkt zu beschuldigen

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Offiziell keine Radioaktivität ausgetreten

Der überwiegend unter der Erde liegende Bau in Natans gehört zu den iranischen Atomanlagen, die von der internationalen Atomenergiebehörde IAEA beobachtet werden. Diese hatte erklärt, am Ort des Brandes habe es kein radioaktives Material gegeben. Auch Kamalwandi hatte gesagt, über eine mögliche Kontamination müsse man sich nicht sorgen. Zudem sei niemand bei dem Vorfall verletzt worden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Juli 2020 um 21:00 Uhr in den Nachrichten.

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