Minenarbeiter und Hilfskräfte nach dem Grubenunglück im Iran | Bildquelle: AFP

Grubenunglück im Iran Viele Tote nach Explosion in Kohlemine

Stand: 04.05.2017 08:57 Uhr

Bei einer Gasexplosion in einer Kohlemine im Iran sind viele Menschen ums Leben gekommen. Darüber hinaus gibt es Vermisste. Für sie gibt es wenig Hoffnung, aus einem Stollen in mehr als tausend Meter Tiefe gerettet zu werden.

Bei einem Unglück in einem iranischen Kohlebergwerk sind mindestens 35 Arbeiter ums Leben gekommen. Sie starben, als sie nach einer Gasexplosion ihre verschütteten Kollegen retten wollten, wie die Behörden in der nördlichen Provinz Golestan mitteilten. Für weitere vermisste Kumpel, die in mehr als tausend Meter Tiefe in einem eingestürzten Stollen festsaßen, bestand zunächst kaum noch Hoffnung. Die Zahl der Vermissten war zunächst unklar. Es gab Berichte, die von 14 Bergleuten sprachen.

Die Leichen der Arbeiter seien 600 Meter unter der Erde gefunden worden, sagte der Leiter des Katastrophenschutzes in Golestan, Sadegh-Ali Moghadam, der Nachrichtenagentur Irna. Die Suche nach den Verschütteten, die in 1000 bis 1500 Metern Tiefe festsaßen, dauere an. Die Hoffnung, die Minenarbeiter lebend zu finden, sei aber "minimal", fügte er hinzu. Moghadam korrigierte zunächst Angaben eines Vertreters der Bergbauindustrie, wonach bei der Explosion 32 Kumpel verschüttet worden seien. Die Behörden in Golestan ordneten eine dreitägige Trauer an.

Erneute Explosion befürchtet

Das Unglück hatte sich in der Mine Semestanjurt bei Asad Schahr etwa 400 Kilometer nordöstlich von Teheran ereignet. Bei einer Gasexplosion stürzte ein Teil eines mehr als tausend Meter langen Stollens ein.

30 verletzte Bergleute wurden in Krankenhäuser eingeliefert. Zwölf weitere konnten sich unverletzt aus dem Bergwerk retten. Rettungskräfte versuchten die ganze Nacht über, die verschütteten Arbeiter zu retten und pumpten Sauerstoff in den Stollen. Doch wegen der hohen Gaskonzentration unter Tage gestalteten sich die Arbeiten schwierig, wie ein Vertreter der Einsatzkräfte sagte. Die Helfer seien 800 Meter tief in den Stollen vorgedrungen, hätten aber selbst zu wenig Sauerstoff, erklärte der örtliche Chef des Roten Halbmonds. Die Einsatzkräfte befürchteten zudem eine erneute Explosion durch die hohe Konzentration von Kohlenmonoxid.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Mai 2017 um 09:00 Uhr.

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