Das Microsoft-Büro im US-Bundesstaat Massachusetts.  | Bildquelle: REUTERS

E-Mail-Konten angegriffen Iranische Hacker hatten USA im Visier

Stand: 04.10.2019 21:13 Uhr

Ein "technisch zwar nicht sehr ausgeklügelter" Angriff, jedoch einer, der es auf eine Menge persönlicher Daten abgesehen hatte: Hacker aus dem Iran haben laut Microsoft eine Cyberattacke auf ein US-Wahlkampfteam versucht.

Eine Hackergruppe mit Verbindungen zur iranischen Regierung hat offenbar versucht, eine Kampagne für den US-Präsidentschaftswahlkampf 2020 anzugreifen. Nach Angaben von Microsoft seien E-Mail-Konten des Wahlkampfteams eines Kandidaten ins Visier der Hacker geraten, auch aktuelle und frühere US-Regierungsmitarbeiter, Journalisten sowie Exil-Iraner seien demnach betroffen gewesen.

Insgesamt habe die Gruppe, der Microsoft den Namen "Phosphorous" gab, innerhalb eines Monats 2700 Mal versucht, E-Mail-Accounts zu identifizieren und 241 davon angegriffen. Nur vier seien aber letztendlich kompromittiert worden.

Microsoft geht es um Transparenz

"Obwohl die Angriffe, die wir heute bekanntmachen, technisch nicht sehr ausgeklügelt waren, haben sie versucht, eine bedeutende Menge persönlicher Daten abzugreifen", erklärte Microsoft. Die Hacker hätten damit feststellen wollen, welche Konten zu ihren Zielpersonen gehörten und in einigen Fällen auch Angriffe geplant: "Diese Bemühungen legen nahe, dass Phosphorous hoch motiviert und willens ist, bedeutsame Arbeitszeit und Ressourcen in Nachforschungen und andere Methoden der Informationsgewinnung zu investieren."

Microsoft mache den Vorgang bekannt, um Transparenz in Fällen zu garantieren, die auf eine "Störung der demokratischen Prozesse" durch andere Staaten abzielten. Um welche Wahlkampftruppe es sich handelte, teilte das Unternehmen unter Berufung auf den Datenschutz nicht mit.

Iranische Hacker sollen Präsidentschaftkampagne angegriffen haben
Katharina Wilhelm, ARD Los Angeles
05.10.2019 09:26 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. Oktober 2019 um 06:00 Uhr.

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