Tanker Stena Impero (Archivbild) | Bildquelle: AP

Festgesetzter Tanker Großbritannien prüft Optionen gegen den Iran

Stand: 22.07.2019 00:48 Uhr

Die gegenseitigen Drohungen halten an: Nach der Festsetzung eines Tankers plant Großbritannien Strafmaßnahmen gegen den Iran. Der Iran gibt sich kämpferisch. Einblick in den Zwischenfall gibt der Funkverkehr.

Nach der Festsetzung eines britischen Öltankers muss der Iran mit Strafmaßnahmen rechnen. Die britische Regierung prüft nach eigenen Angaben mehrere Optionen. Sie sollen am Montag bekannt gegeben werden, wie Verteidigungsstaatssekretär Tobias Ellwood sagte. Gleichzeitig zeigt sich die britische Regierung um Deeskalation bemüht.

Der Tanker sei in den Gewässern des Omans gestoppt worden, erklärte die britische Verteidigungsministerin Penny Mordaunt. Sie warf dem Iran eine "feindliche Handlung" vor. Außenminister Jeremy Hunt warnte den Iran vor im Sender Sky News vor "sehr ernsten Konsequenzen, wenn diese Situation nicht schnell gelöst wird". Allerdings schloss er militärische Vergeltung vorerst aus.

Iran warnt Großbritannien vor Eskalation des Konflikts
tagesschau 20:00 Uhr, 21.07.2019, Natalie Amiri, BR

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Iran sieht sich im Recht

Der iranische Botschafter in Großbritannien, Hamid Baeidinedschad, schrieb bei Twitter, es gebe politische Kreise in London, die Spannungen jenseits des Tankerstreits wollten. Er nannte das "gefährlich und unklug". Der Iran bleibe entschlossen und sei auf alle Szenarien vorbereitet.

Irans Revolutionsgarden hatten den unter britischer Flagge fahrenden Tanker "Stena Impero" am Freitag gestoppt und in den südiranischen Hafen Bandar Abbas Richtung Küste gebracht. Zur Begründung hieß es, der Kapitän habe Vorschriften missachtet. Die schwedische Reederei Stena Bulk, der das Schiff gehört, widersprach: Der Tanker habe sich an alle Vorschriften gehalten.

Die britische Regierung geht davon aus, dass die Festsetzung des britischen Öltankers eine Reaktion des Iran auf die Festsetzung des iranischen Öltankers "Grace 1" im britischen Gibraltar ist. Der Tanker mit für Syrien bestimmtem Öl war Anfang Juli gestoppt worden. Es besteht der Verdacht, dass das Schiff unter Verstoß gegen EU-Sanktionen Öl nach Syrien liefern sollte.

Die Iranischen Revolutionsgarden haben ein Video ervöffentlicht, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll. | Bildquelle: AFP
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Ein Video der iranischen Revolutionsgarden soll die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen.

Funkverkehr gibt Einblick

Am Sonntag wurde eine Aufnahme des Funkverkehrs bei der Festsetzung des Schiffs veröffentlicht. Zu hören ist ein iranischer Offizier, der die "Stena Impero" auffordert, den Kurs zu ändern: "Wenn Sie gehorchen, werden Sie sicher sein", sagte er nach Angaben der Firma Dryad Global, die Sicherheitsrisiken auf Seewegen bewertet.

Wenig später schaltete sich demnach ein britischer Marineoffizier ein und verlangte freie Fahrt für den Tanker. Er wandte sich laut Audioaufnahme an ein iranisches Patrouillenboot mit den Worten: "Bitte bestätigen Sie, dass sie nicht versuchen, gegen internationales Recht zu verstoßen, indem sie versuchen, illegal an Bord der "Stena" zu gehen." Wenig später enterte die Revolutionsgarde das Schiff.

Sorge vor Eskalation

Mehrere Spitzenpolitiker äußerten sich besorgt über die Entwicklungen. Für Bundesaußenminister Heiko Maas ist die Lage am Golf "noch gefährlicher geworden". Er sagte der "Bild am Sonntag", bei einer militärischen Eskalation gäbe es keine Gewinner, nur Verlierer. Die EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini forderte die sofortige Freilassung des festgesetzten Schiffs.

Der Oman forderte eine diplomatische Lösung des Streits zwischen Großbritannien und den Iran. Man stehe mit mehreren Seiten in Kontakt, um die sichere Fahrt der Schiffe durch die Straße von Hormus zu garantieren, twitterte das omanische Außenministerium. Anders als die restlichen Golfstaaten pflegt der Oman gute Beziehungen zum Iran.

Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Krise am Golf macht sich auch an den Börsen bemerkbar: Der Ölpreis stieg. Die Meerenge im Golf von Oman ist eine der wichtigsten Seestraßen der Welt. Fast ein Drittel des weltweiten Ölexports wird durch die nur etwa 50 Kilometer breite Straße von Hormus verschifft. Es gebe keine alternative Route in und aus dem Golf, hieß es von der britischen Schifffahrtskammer.

Den 23 Besatzungsmitgliedern des Tankers "Stena Impero" geht es unterdessen "den Umständen entsprechend gut", wie die iranischen Revolutionsgarden und die Reederei erklärten. An Bord waren laut Reederei 18 Inder, drei Russen und je ein Philippine und Lette.

GB und Iran: Entwicklung seit Freitag
Imke Köhler, ARD London
21.07.2019 23:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete NDR Info am 21. Juli 2019 um 18:00 Uhr.

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