Außenminister Jeremy Hunt verlässt Downing Street | Bildquelle: AP

Telefonat zwischen Hunt und Sarif Das Misstrauen bleibt

Stand: 20.07.2019 21:26 Uhr

Im Streit um die "Stena Impero" hat auch ein Telefonat zwischen den Außenministern Großbritanniens und des Iran keine Lösung gebracht. Dabei ist die Straße von Hormus nicht nur für London von größter Bedeutung.

Von Imke Köhler, ARD-Studio London

Der britische Außenminister Jeremy Hunt hat betont, dass der Fall der "Stena Impero" nicht mit dem des in Gibraltar festgesetzten iranischen Tankers "Grace 1" vergleichbar sei. Bei der "Grace 1" habe der Verdacht bestanden, dass EU-Sanktionen gebrochen wurden. Die jetzt im Persischen Golf vom Iran festgesetzte "Stena Impero" habe sich dagegen nichts vorzuwerfen.

"Die 'Stena Impero' wurde in den Gewässern des Oman aufgebracht", sagte Hunt nach einem Telefonat mit seinem iranischen Amtskollegen Mohammad Dschawad Sarif. Dies sei ein klarer Verstoß gegen internationale Gesetze, sagte Hunt. "Das wirft sehr ernste Fragen über die Sicherheit der britischen Schifffahrt und der internationalen Schifffahrt in der Straße von Hormus auf."

Der iranische Öltanker "Grace 1" war Anfang Juli vor der Küste des britischen Überseegebiets Gibraltar festgesetzt worden. Am Freitag hatte das Oberste Gericht entschieden, dass der Öltanker weitere 30 Tage lang nicht auslaufen darf. Kurz danach wurde der unter britischer Flagge fahrende Tanker "Stena Imperor" von den iranischen Revolutionsgarden festgesetzt. In dem Telefonat hatte Sarif laut Hunt deutlich gemacht, dass er seine Aktionen als Vergeltung für die Festsetzung der "Grace 1" in Gibraltar sehe.

Die iranischen Revolutionsgarden haben ein Video ervöffentlicht, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll. | Bildquelle: AFP
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Die iranischen Revolutionsgarden haben ein Video veröffentlicht, das die Beschlagnahmung der "Stena Impero" zeigen soll.

Hunt: Schifffahrt schützen

Hunt machte deutlich, dass die Schifffahrt geschützt werden müsse. Es ist aber noch unklar, wie das genau gehen soll. Dennoch: Es ist eine Aussage, die in der Branche auf offene Ohren treffen dürfte.

Der Chef der britischen Organisation für Handelsschifffahrt, Bob Sanguinetti spricht sich dafür aus, die Lage zu beruhigen:  "Es kann niemand ein Interesse daran haben, die Spannungen weiter wachsen zu lassen", sagte er. "Wenn das so kommt, gibt es keine Gewinner." Er plädierte für Vorsicht und Deeskalation, damit wieder Vertrauen und Sicherheit in den vielbefahrenen Gewässern der Region hergestellt werde. Damit Schiffe und Fähren ihren Geschäften im Sinne des globalen Handels nachgehen könnten.

Erneuter Zwischenfall heizt Konflikt mit Iran weiter an
tagesschau 20:00 Uhr, 20.07.2019, Annette Dittert, ARD London

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Einer der wichtigsten Schifffahrtswege

Die Straße von Hormus zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gehört zu den wichtigsten Schifffahrtswegen der Welt. 20 Prozent der globalen Erdöltransporte werden durch die Meerenge verschifft.  Auch der Tanker "Stena Impero", der unter britischer Flagge fährt und am Freitag von iranischen Kräften gezwungen worden war, seinen Kurs zu ändern, hatte diesen Weg genommen. Seither ist er im iranischen Hafen Bandar Abbas festgesetzt.

Im Gespräch mit Hunt beharrte Sarif darauf, dass der Tanker gegen Schifffahrtsregeln verstoßen habe. Deshalb seien jetzt juristische Untersuchungen nötig. Die 23 Crew-Mitglieder sollen so lange an Bord bleiben, bis die Untersuchungen abgeschlossen sind.

Spannungen zwischen Großbritannien und dem Iran
Imke Köhler, ARD London
20.07.2019 20:45 Uhr

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Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 20. Juli 2019 um 21:50 Uhr.

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