Wrackteile des im Iran abgestürzten Flugzeugs | Bildquelle: AP

Flugzeugabsturz nahe Teheran Iran verlangt Beweise für Abschuss

Stand: 10.01.2020 16:13 Uhr

Der Iran bleibt dabei: Die ukrainische Passagiermaschine sei nicht abgeschossen worden. Die iranische Flugbehörde forderte die USA und Kanada auf, Beweise für ihren Verdacht zu veröffentlichen.

Die iranische Flugbehörde hat bestritten, dass das bei Teheran abgestürzte ukrainische Flugzeug von einer Rakete getroffen wurde. Der Chef der Behörde, Ali Abedsadeh, forderte die USA und Kanada auf, Daten herauszugeben, die deren Verdacht eines Raketenangriff stützten. Vertreter der USA, Kanadas und Großbritanniens hatten gesagt, es sei sehr wahrscheinlich, dass der Iran die Boeing 737 versehentlich abschoss, die am Mittwoch nahe Teheran verunglückte.

"Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass keine Rakete das Flugzeug getroffen hat", sagte Abedsadeh. Der Leiter des iranischen Ermittlungsteams, Hassan Resaeifar, erklärte auf derselben Pressekonferenz, die Bergung der Daten von den beiden Flugschreibern könne mehr als einen Monat dauern. Die gesamten Ermittlungen könnten sich bis ins kommende Jahr hinziehen.

Auch die Ukraine verlangt Beweise für die Theorie eines Abschusses. "Unser Ziel ist es, die unstrittige Wahrheit herauszufinden", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew. Das sei auch die internationale Gemeinschaft den Familien der Opfer schuldig. Der Wert eines Menschenlebens sei höher als jegliche politische Motive. "Wir rufen alle internationalen Partner (...) dazu auf, der Ermittlungskommission Daten und Beweise zu vorzulegen, die die Katastrophe betreffen."

Iran weist Vorwürfe eines Abschusses zurück
tagesschau 16:00 Uhr, 10.01.2020, Natalie Amiri, BR

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Geheimdienste sollen Hinweise auf Abschuss haben

Die Regierungen in Kanada und Großbritannien haben nach eigenen Angaben Geheimdienstinformationen, die auf den Abschuss der Maschine mit 176 Menschen an Bord durch eine iranische Rakete hinweisen. Diese Theorie wird auch in den USA verfolgt. Offiziell wird die Ursache für den Absturz weiter untersucht.

Russland rief zu Zurückhaltung auf. Es sei inakzeptabel, vor dem Ende der Ermittlungen von einem Abschuss zu sprechen, sagte Vize-Außenminister Rjabkow in Mokau und erklärte: "Man sollte nicht versuchen, mit dieser fürchterlichen Tragödie politisch zu punkten." Über den Absturz zu spekulieren, sei mindestens unanständig.

Das Flugzeug war auf dem Weg von Teheran nach Kiew kurz nach dem Start abgestürzt. Wenige Stunden zuvor hatte der Iran zwei von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen. Bei dem Absturz gab es keine Überlebenden.

Auch Experten aus dem Ausland sollen ermitteln

Kiew hatte nicht ausgeschlossen, dass die Maschine der Ukraine International Airlines von einer Rakete des russischen Typs "Tor" getroffen worden sein könnte. Der Verteidigungsexperte Franz Klinzewitsch im russischen Föderationsrat wies das zurück. Er sagte der Agentur Interfax zufolge: Es sei albern, "nach einer russischen Spur bei dem Boeing-Absturz zu suchen".

Die Ukraine schickte bereits eigene Experten in den Iran. Laut Abedsadeh sollen auch Boeing-Fachleute aus den USA, Kanada und Frankreich an den Untersuchungen zur Absturzursache beteiligt werden. Die Blackbox des Flugzeuges solle im Iran untersucht werden. Sein Land habe die technischen Möglichkeiten dazu. Doch sei mit der ukrainischen Seite vereinbart worden, bei Bedarf weitere Software und Geräte aus dem Ausland zu besorgen. Auch sollte die Option nicht ausgeschlossen werden, die Flugschreiber im Ausland auszuwerten.

Bundesaußenminister Maas hält einen versehentlichen Abschuss für denkbar. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt müsse man davon ausgehen, dass der Vorfall möglicherweise durch den irrtümlichen Abschuss einer Flugabwehrrakete verursacht wurde, sagte der SPD-Politiker in Brüssel. Nun sei eine lückenlose Aufklärung wichtig. "Es darf nichts unter den Tisch gekehrt werden, denn wenn das der Fall wäre, wäre das der Nährboden für neues Misstrauen."

Christiane Meier, ARD New York, zur möglichen Absturzursache
nachtmagazin 00:00 Uhr, 10.01.2020

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Auch Opfer aus Deutschland unter den Toten

Wie nun bekannt wurde, sind unter den Todesopfern auch vier Personen, die in Deutschland gelebt hatten. Eine Doktorandin aus Mainz und eine Asylbewerberin aus Nordrhein-Westfalen mit ihren beiden Kindern kamen bei dem Absturz ums Leben. Das Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI) in Mainz schrieb in einer Mitteilung, man trauere um eine 29 Jahre alte Kollegin, die "bei einem tragischen Zwischenfall in der Nähe ihrer Heimatstadt Teheran verstorben ist".

Eine 30 Jahre alte anerkannte Asylbewerberin aus Afghanistan saß mit ihren beiden Kindern in der Unglücksmaschine. Sie hatten seit mehreren Jahren in Werl bei Soest gelebt, wie der Bürgermeister der Stadt, Michael Grossmann, erklärte. Er berief sich auf den in Werl lebenden Bruder der Frau. Frau und Kinder waren nicht deutsche Staatsbürger.

Lufthansa streicht Flüge nach Teheran bis 20. Januar

Aufgrund der unklaren Sicherheitslage in der Region hat die Lufthansa für alle Airlines des Konzerns vorsorglich bis einschließlich 20. Januar alle Flüge von und nach Teheran gestrichen. Am Donnerstag hatte die Lufthansa ein Flugzeug umkehren lassen. Der Flug LH 600 auf dem Weg von Frankfurt nach Teheran drehte nach rund einer Stunde Flugzeit wieder um.

Flugzeugabsturz im Iran: Regierung dementiert Abschuss
Karin Senz, ARD Istanbul
10.01.2020 10:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 09. Januar 2020 um 20:00 Uhr.

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