Wrackteile des im Iran abgestürzten Flugzeugs | Bildquelle: VIA REUTERS

Flugzeugabsturz nahe Teheran Hinweise auf Abschuss verdichten sich

Stand: 10.01.2020 06:40 Uhr

Mehrere Regierungen gehen inzwischen von einem versehentlichen Abschuss der Passagiermaschine im Iran aus. Die Regierung in Teheran nennt das absurd und lädt internationale Gutachter ein - auch aus den USA.

Nach dem Absturz einer ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran verdichten sich die Hinweise auf einen versehentlichen Raketenbeschuss durch den Iran als Ursache. Die Regierungen in Kanada und Großbritannien haben nach eigenen Angaben Informationen, die auf den Abschuss durch eine iranische Rakete hinweisen. Diese Theorie wird US-Medienberichten zufolge auch in den USA verfolgt. Offiziell wird die Ursache für den Absturz weiter untersucht.

Christian Mölling, Militärexperte DGAP, zu Spekulationen über die Absturzursache
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.01.2020

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Das Flugzeug mit 176 Menschen an Bord war auf dem Weg von Teheran nach Kiew kurz nach dem Start am Mittwoch abgestürzt. Kurz zuvor hatte der Iran zwei von US-Soldaten genutzte Stützpunkte im Irak angegriffen. Bei dem Absturz gab es keine Überlebenden. Der Iran will nun auch Fachleute unter anderem aus den USA in die Untersuchungen einbeziehen. Die Nationale Behörde für Transportsicherheit in Washington erklärte, dass sie sich an der Untersuchung beteilige.

Iran weist Abschuss-Vorwürfe zurück

Der Iran hatte Spekulationen über einen Abschuss zurückgewiesen und einen technischen Defekt als Ursache angeführt. Unter den Absturzopfern waren 63 Kanadier. Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sagte gestern, seine Regierung habe Informationen "von mehreren Quellen, von unseren Alliierten und eigene Informationen". Die Beweise seien "sehr klar". Der britische Regierungschef Boris Johnson sprach einer Mitteilung zufolge von einem "Korpus an Informationen", der auf einen Abschuss durch eine iranische Rakete hinweise.

War es eine versehentlich abgefeuerte Rakete?
tagesthemen 22:15 Uhr, 09.01.2020, Christiane Meier, ARD New York

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Der US-Sender CBS berichtete, US-Geheimdienste hätten Signale von einem Radar empfangen, das eingeschaltet worden sei. US-Satelliten hätten außerdem den Start von zwei Boden-Luft-Raketen kurz vor der Explosion des Flugzeugs entdeckt. CNN berichtete, der Theorie eines versehentlichen Abschusses durch den Iran lägen die Analyse von Satelliten-, Radar- und anderen elektronischen Daten zugrunde, die routinemäßig vom US-Militär und den Geheimdiensten gesammelt würden. Und die "New York Times" postete in der Nacht ein Video vom mutmaßlichen Raketeneinschlag an der Maschine, das die Zeitung nach eigenen Angaben verifiziert hat. Zu sehen ist ein Objekt, das mit hohem Tempo aufsteigt, ehe es zu einer heftigen Explosion kommt. Ein Objekt, das offenbar Feuer gefangen hat, bewegt sich dann in eine andere Richtung.

Fachleute auch aus den USA an Untersuchungen im Iran beteiligt

Die Ukraine schickte bereits eigene Experten in den Iran. Der Leiter der iranischen Luftfahrtbehörde, Ali Abedsadeh, gab am Donnerstagabend im iranischen Fernsehen bekannt, dass der Iran auch Boeing-Fachleute aus den USA, Kanada und Frankreich an den Untersuchungen zur Absturzursache der ukrainischen Passagiermaschine bei Teheran beteilige. Die Blackbox des Flugzeuges solle im Iran untersucht werden. Falls dies aber aus technischen Gründen nicht möglich sein sollte, wären auch Untersuchungen im Ausland denkbar. Es sollten alle technischen Möglichkeiten in Betracht gezogen werden, um die Absturzursache umgehend zu klären, sagte Abedsadeh. Die Vermutung, die Maschine sei von einem iranischen Raketenabwehrsystem getroffen worden, bezeichnete er als absurd.

Aufgrund der Sicherheitslage in der Region hatte die Lufthansa am Donnerstag ein Flugzeug auf dem Weg in die iranische Hauptstadt Teheran umkehren lassen. Auch der heutige Lufthansa-Flug von und nach Teheran wurde gestrichen.

Jan-Philipp Burgard, ARD Washington, zu Spekulationen über die Absturzursache
tagesschau 20:00 Uhr, 09.01.2020

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 09. Januar 2020 um 22:15 Uhr.

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